Home Aktuelles
Gehaltsaffäre

Kritik berührt mich sehr”: Harald Mahrer tritt als Nationalbankpräsident zurück

Mahrer
FOTO: WKÖ/Marek Knopp

Inmitten der Debatte um Gehaltserhöhungen zieht Harald Mahrer Konsequenzen – allerdings nur teilweise. Der Wirtschaftskammer-Präsident gibt seinen lukrativen Posten bei der Nationalbank auf.

Nach Kritik an Gehaltserhöhungen gibt Harald Mahrer seinen Posten bei der Nationalbank auf. Als Wirtschaftskammer-Präsident will er jedoch im Amt bleiben. Wegen der umstrittenen Gehaltserhöhungen in der Wirtschaftskammer Österreich trat WKÖ-Präsident Harald Mahrer am Montag kurz nach 11 Uhr vor die Medien, wobei oe24.TV die Pressekonferenz live übertrug.

Mit leichter Verspätung begann Mahrer sein Statement vor zahlreich erschienenen Journalisten. “Die Kritik nehme ich wahr und sie berührt mich sehr”, erklärte er zu Beginn. In seiner Erklärung kündigte Mahrer an, seine Position als Präsident des Generalrates der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) niederzulegen. Für diese Funktion erhält er jährlich 88.000 Euro – zusätzlich zu seinen monatlichen Bezügen von 15.000 Euro als Wirtschaftskammer-Präsident. Als Chef des ÖVP-Wirtschaftsbundes kommen weitere 6.000 Euro monatlich hinzu. Seinen eigenen Angaben zufolge beläuft sich sein Gesamteinkommen auf 28.500 Euro brutto im Monat.

⇢ Kammer-Krieg um Luxus-Gagen: Soviel verdienen die WKO Bosse

Verbleib in der Wirtschaftskammer

An der Spitze der Wirtschaftskammer möchte Mahrer hingegen bleiben. Bei einem Treffen am Vortag habe er die Situation geklärt: “Ich habe auf meinen Wunsch hin gestern mit den neun Landeskammerpräsidenten gesprochen und die Vertrauensfrage gestellt. Das Ergebnis war eindeutig positiv, wofür ich dankbar bin.” Er kündigte an, die Arbeitnehmervertretung einzuladen, um die Formel für Gehaltsanpassungen weiterzuentwickeln. Dazu betonte er: “Unser Spielfeld ist das unserer Mitglieder.”

Neben der regulären Rechnungshofprüfung der Wirtschaftskammer soll auch das neue System der Funktionärsentschädigungen überprüft werden. Mahrer verwies darauf, dass besonders die Grüne Wirtschaft auf dieses neue System gedrängt habe. Zudem versprach er: “Wir werden etwas tun, was andere Interessensvertretungen nicht machen: Unsere Strukturen und Leistungen unter externer Begleitung auf den Prüfstand stellen.”

⇢ Mahrer unter Beschuss: WKO-Präsidenten ringen um Schadensbegrenzung

Reaktion auf Vorwürfe

In seinem Statement wehrte sich Mahrer gegen Vorwürfe: “Ich möchte mich dagegen verwehren, dass von einer Mogelpackung geschrieben wird. Es ist ein Lapsus passiert, für den ich mich entschuldigt habe.” Er habe von einer “durchschnittlichen Erhöhung” gesprochen, als er ein Plus von 2,1 statt 4,2 Prozent bei den WKÖ-Gehältern erwähnte, die ab Juli steigen werden. “Fehlerkultur ist kein leeres Wort, sondern ein wichtiges unternehmerisches Prinzip”, unterstrich Mahrer.

Er wolle sich künftig vollständig auf die Wirtschaftskammer konzentrieren und lege daher sein OeNB-Mandat nieder, sobald eine Nachfolge gefunden sei. Für Aufregung sorgten auch die Gehaltserhöhungen der Landeskammer-Chefs, die teilweise 60 Prozent betragen. Mahrer selbst will weiterhin seine Bezüge sowohl von der Wirtschaftskammer als auch vom Wirtschaftsbund beziehen, wo er jeweils als Präsident fungiert.

Jährlich fließen 15 Millionen Euro aus den Pflichtbeiträgen der Wirtschaftskammermitglieder an den ÖVP-Wirtschaftsbund.

⇢ Nach Nehammer-Intervention wird das Gehalt um die Hälfte reduziert!

Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner kommentierte auf oe24.TV: “Da hat sich Harald Mahrer seine Gage mehr oder weniger selber aus der Wirtschaftskammer an den Wirtschaftsbund gezahlt.”