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Kammerrebellion

Mahrer unter Beschuss: WKO-Präsidenten ringen um Schadensbegrenzung

Mahrer unter Beschuss: WKO-Präsidenten ringen um Schadensbegrenzung
Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Harald Mahrer. (FOTO: WKÖ/Marek Knopp)
3 Min. Lesezeit |

Krisengipfel in der Wirtschaftskammer: Nach heftiger Kritik an Gehaltserhöhungen treffen sich die Landespräsidenten mit WKO-Chef Mahrer, der bereits Fehler einräumte.

Die Wirtschaftskammer-Spitze trifft sich am Sonntag zu einem Krisengipfel, um die aus dem Ruder gelaufene Debatte über Gehaltserhöhungen für Kammermitarbeiter und Präsidenten zu entschärfen. Laut einem Bericht der „Presse“ werden nahezu alle Landespräsidenten zu diesem hochrangigen Treffen in Wien erwartet. Das Zusammenkommen soll die angespannte Situation zwischen den regionalen Vertretern und WKO-Präsident Harald Mahrer beruhigen.

In den vergangenen Tagen versuchte Mahrer, den Schaden in der Diskussion um die Gehaltsanpassungen für WKÖ-Beschäftigte zu begrenzen. Er räumte Fehler ein und zeigte Verständnis für die Kritik, wie er gegenüber verschiedenen Medien erklärte. Für das kommende Jahr kündigte er einen Verzicht auf Erhöhungen der Spitzenfunktionärsgehälter an. Am grundsätzlichen System der Gehaltsanpassungen will Mahrer jedoch festhalten, signalisierte aber Gesprächsbereitschaft. Eine Reduktion der Kammerumlagen oder seinen Rücktritt schloss er kategorisch aus.

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Kommunikationspanne

Nachdem am Mittwoch heftige Kritik an den vergleichsweise großzügigen Gehaltsanpassungen von 4,2 Prozent über der Inflation laut wurde, hatte Mahrer zunächst von einer Reduzierung des geplanten Zuschlags für die Mitarbeiter gesprochen. Seine Aussagen korrigierte er später jedoch. Anfangs war von einer Halbierung auf 2,1 Prozent die Rede, tatsächlich bleibt die Erhöhung im ersten Halbjahr komplett aus, während im zweiten Halbjahr die vollen 4,2 Prozent gewährt werden. Dies führt zu einem deutlich höheren Ausgangsniveau für das Folgejahr, als es bei einer ganzjährigen Erhöhung um 2,1 Prozent der Fall gewesen wäre.

Besonders Mahrers Kommunikationsstrategie sorgte für Unmut. Die Tiroler WK-Präsidentin Barbara Thaler bezeichnete die Situation am Sonntag als „einziges Desaster, einen großen Fehler“, der „viel Vertrauen gekostet“ habe. Mit den Zahlen selbst habe sie kein Problem, kritisierte jedoch deren Kommunikation: „Das hätte man so nicht machen sollen. Denn es hat nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch den Funktionären geschadet.“ Sie sei „wirklich persönlich getroffen und erschüttert“, so Thaler.

Interne Kritik

Eine direkte Antwort auf die Frage nach Mahrers Zukunft als Präsident vermied sie: „Mir geht es in erster Linie darum, die Organisation wieder nach vorne zu bringen und den Reputationsschaden zu beseitigen, und dafür wird es viel harte Arbeit brauchen.“

Auch Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, übte scharfe Kritik. Gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“ bezeichnete sie Mahrers Vorgehen als „dilettantische Kommunikation“ und „völlig unglückliche Aktion“. Das Gehaltssystem an sich sei zwar „fair“, aber „zu einem Zeitpunkt, wo alle sparen müssen, daran unbeirrt festzuhalten, war ein Fehler“, erklärte Hummer.

Die teilweise erheblichen Gehaltserhöhungen bei Landeskammerpräsidenten verteidigte sie – ähnlich wie Mahrer – mit einer „Systemumstellung“. Man liege „bei den Funktionsentschädigungen 30 Prozent unter der Höchstgrenze bzw. unter dem Verbraucherpreisindex“, betonte sie. Wie Thaler wich auch Hummer der Frage aus, ob Mahrer noch tragbar sei: „Wir werden jetzt intensive Gespräche führen und intern intensiv über die Fehler diskutieren, die gemacht worden sind.“

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Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Thaler sich zuletzt eine Gehaltserhöhung von 60 Prozent genehmigt hatte.

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KO KOSMO-Redaktion
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