Während Arbeitnehmer mit Mini-Erhöhungen auskommen müssen, sorgt das Gehaltskarussell in der Wirtschaftskammer für Empörung und interne Machtkämpfe.
Die Gehaltsdebatte in der Wirtschaftskammer sorgt weiterhin für erhebliche Turbulenzen. Tirols WK-Präsidentin Barbara Thaler fand im Gespräch mit der “Krone” deutliche Worte: “Das ist ein einziges Desaster, ein großer Fehler, und es hat viel Vertrauen gekostet.”
In Wien trafen sich am Sonntag die Länderchefs mit Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer zu einem Krisengipfel. Dabei kursierten sogar Gerüchte über eine mögliche Ablösung des einflussreichen Funktionärs. Inoffiziell verschärft sich jedoch der Ton gegen Mahrer zusehends.
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Nach massiver Kritik, die auch aus den eigenen ÖVP-Reihen kam, lenkte die Kammer teilweise ein und reduzierte die geplante Gehaltserhöhung für 2026 um die Hälfte. Der Schritt entpuppte sich allerdings als taktisches Manöver: Die 4,2-prozentige Anhebung wird lediglich in die zweite Jahreshälfte 2026 verschoben. In der “Presse” räumte Mahrer ein: “Wir haben Fehler gemacht. Ich habe Fehler gemacht. Ich verstehe die Kritik.”
Mahrers Einkünfte
Der Präsident selbst darf im kommenden Jahr mit einer monatlichen Erhöhung von 2.634,60 Euro rechnen, was einem Anstieg von 21 Prozent entspricht. Zusätzlich erhält Mahrer jährlich 88.000 Euro für seine Position als Präsident des Generalrats der Nationalbank. Seine Funktion als Chef des ÖVP-Wirtschaftsbunds bringt ihm monatlich weitere 6.000 Euro ein.
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Damit erreicht der ÖVP-Spitzenfunktionär einen Bruttomonatsbezug von insgesamt 28.492 Euro. Seine hohen Einkünfte begründet Mahrer mit “viel Verantwortung und persönlicher Haftung”.
Die ursprünglich geplante Gehaltserhöhung in der Wirtschaftskammer lag bei 4,2 Prozent. Zum Vergleich: Die Lohnerhöhungen in anderen Branchen fielen deutlich geringer aus – Eisenbahner erhielten 2,7 Prozent mehr, Brauer 2,6 Prozent und Metaller lediglich 1,4 Prozent. Pensionisten mit Bezügen über 2.500 Euro brutto mussten sogar Kaufkraftverluste hinnehmen, da ihre Erhöhungen unter der Inflationsrate lagen.
Regionale Unterschiede
Das Portal “Newsflix” beleuchtet ebenfalls das “Geld-Karussell in der Wirtschaftskammer”. Die Aufwandsentschädigungen variieren in den verschiedenen Bundesländern erheblich. In Wien und Niederösterreich schöpfen die Kammerpräsidenten mit etwas mehr als 14.000 Euro brutto den maximal möglichen Betrag aus.
Vergleichsweise bescheiden gibt sich Karlheinz Kopf als Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg mit knapp 7.000 Euro, wie folgende Übersicht zeigt:
⇢ Paukenschlag: Hier wird die Gehaltserhöhung rückgängig gemacht!
Harald Mahrer, Präsident der Bundes-Wirtschaftskammer: 15.158,60 Euro
Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer: 14.075 Euro
Wolfgang Ecker, Präsident der Niederösterreichischen Wirtschaftskammer: 14.075 Euro
Andreas Wirth, Präsident der Burgenländischen Wirtschaftskammer: 10.827,55 Euro
Josef Herk, Präsident der Steirischen Wirtschaftskammer: 10.827,55 Euro
Peter Buchmuller, Präsident der Salzburger Wirtschaftskammer: 10.827,55 Euro
Barbara Thaler, Präsidentin der Tiroler Wirtschaftskammer: 10.394,40 Euro
Doris Hummer, Präsidentin der Oberösterreichischen Wirtschaftskammer: 9.853,07 Euro
Jurgen Mandl, Präsident der Kärntner Wirtschaftskammer: 6.976,50 Euro
Karlheinz Kopf, Präsident der Vorarlberger Wirtschaftskammer: 6.976,50 Euro
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