Nach Vorfall HTL Ottakring: Generelles Handyverbot in allen Schulen?

NEUE DISKUSSION

Nach Vorfall HTL Ottakring: Generelles Handyverbot in allen Schulen?

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(FOTOS: Screenshots)

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Die Auseinandersetzung zwischen Lehrer und Schülern in der Wiener HTL ist weiterhin eines der heißesten Gesprächsthemen des Landes. Nicht nur innerhalb der Bevölkerung, sondern auch der Politik wird heftig über den Vorfall und dessen Hintergründe diskutiert.

Gleichzeitig wurde die Volksanwaltschaft auf diesen Fall angesetzt. Derzeit läuft ein amtswegiges Prüfverfahren wegen Verdachts auf große Verletzung der Aufsichtsplicht. Ebenso führt eine unabhängige Kommission eine Untersuchung durch.
„Liest man die Berichte über den Vorfall, scheinen bei allen Beteiligten die Sicherungen durchgebrannt zu sein. Man muss nun aufklären, wie lange diese Zustände schon bekannt waren und ob und inwieweit es sich um eine Intrige der Schüler gegen den Lehrer handelt“, so Volksanwalt Peter Fichtenbauer.

Solidarisierungswelle
Nachdem Videos vom Streit mit vermeintlicher Spuckattacke des mittlerweile suspendierten Lehrers ins Netz gelangten, ist die Öffentlichkeit hinsichtlich der Schuldfrage geteilter Meinung.

Der Direktor der HTL Ottakring Johannes Bachmair meint, dass der Lehrer hat hier eindeutig eine Grenze überschritten habe, die er nicht hätte überschreiten sollen. Dieser Meinung schließen sich viele aus der Bevölkerung an, jedoch wurden in den vergangenen Tagen Stimmen der Solidarisierung mit dem Lehrer immer lauter.

Unter anderem wurde auf Facebook eine Petition gestartet, die den Rücktritt der Schuldirektion fordert. Die Facebook-Seite „Wir fordern: Rücktritt der Direktion der HTL Ottakring“ bekam innerhalb weniger Stunden zehntausende Likes und veröffentlichte sogar Insiderinformationen aus der Schule. Die Online-Petition ist nun nicht mehr auf Facebook zu finden.

„Wer sich so verhält, sollte auf eine Baumschule oder in den Zoo!“
In nur wenigen Tagen schlug der Vorfall in der HTL auch Wellen in der Politik. Unter anderem schrieb der Nationalratsabgeordnete Efgani Dönmez (ÖVP), der einige der Videos unzensiert ins Netz stellte, dass der Lehrer von den Medien als problematisch dargestellt werde, was nicht der Wahrheit entspreche.

„Nicht der Lehrer gehört suspendiert, sondern alle Schüler, welche zu dieser Stimmung in der Klasse beitragen! Derartiges Verhalten hat an einer Schule nichts verloren. Wer sich so verhält, sollte auf eine Baumschule oder in den Zoo!“, so Dönmez weiter.

Unterstützende Worte für den Lehrer hatte auch der BZÖ-Wien-Chef Schwingenschrot. Er sei bereit, dem suspendierten Professor einen Top-Anwalt zur Seite zu stellen. „Parteianwalt Wolf Georg Schärf steht kostenlose Rechtsberatung“ zur Verfügung“, schrieb Schwingenschrot in einer Aussendung.

Auf der anderen Seite meint Klubobmann der Wiener NEOS, Christoph Wiederkehr, dass diese Vorfälle die Wiener Bildungspolitik aufrütteln müssen. Er fordert an jeder Wiener Schule Sozialarbeiter, die für ein friedliches Zusammenleben zwischen Lehrern und Schülern sorgen sollen.

Wiener Bildungsdirektor prüft Handyverbot
„Wir wollen gar nicht erst den Eindruck entstehen lassen, dass es um eine Reinwaschung geht oder eine interne Lösung, die nicht an die Oberfläche kommen soll“, erklärte der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer gegenüber dem „ORF“.

Gleichzeitig wird nun über ein generelles Handyverbot an Wiener Schulen diskutiert, da nach dem Auftauchen der Videos aus der HTL Ottakring immer mehr Handyvideos ins Netz gestellt werden. Die unabhängige Kommission, die auf diesen Fall angesetzt wurde, soll nun auch prüfen, inwiefern die Vorfälle und das Filmen dieser Auswirkungen auf die Handynutzung haben.

„Wir müssen uns fragen, was wir für die Wiener Schulen daraus lernen: Was müssen wir tun, damit so etwas nicht entsteht“, so Himmer und fügte hinzu, dass im Internet gepostete Videos eine öffentliche Meinung bilden, bevor der Fall überhaupt aufgeklärt sei.

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