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Bildungsoffensive

Österreich: Experten wollen mehr Burschenarbeit an Schulen

Österreich: Experten wollen mehr Burschenarbeit an Schulen
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Patriarchale Rollenbilder bei Burschen – und wie Bildung dagegen wirken kann. Ein neuer Bericht zeigt konkrete Wege auf.

SOS Mitmensch hat einen 52-seitigen Bericht vorgelegt, der konkrete Wege aufzeigt, wie patriarchale Rollenbilder bei Burschen durch gezielte Bildungsmaßnahmen und außerschulische Angebote zurückgedrängt werden können. Grundlage des Berichts sind Befragungen von rund einem Dutzend Expertinnen und Experten aus Schulen sowie der Burschen- und Männerarbeit. Insgesamt werden mehr als 20 Maßnahmen präsentiert, die sowohl gewaltfördernde Tendenzen als auch festgefahrene Geschlechterbilder gezielt adressieren sollen.

Schule im Fokus

Die Schule nimmt in dem Bericht eine zentrale Rolle ein. Alexander Blaschek, Beratungslehrer an der Mittelschule am Bildungscampus Willi Resetarits, unterstreicht, dass „Burschen Räume brauchen, in denen sie Gefühle wie Angst, Trauer und Unsicherheit ausdrücken können und diese als legitim anerkannt werden.“ Patrick Osterkorn, Lehrer am GRG6 Rahlgasse in Wien-Mariahilf, sieht soziales Lernen als grundlegende Voraussetzung: „Soziales Lernen ist das Um und Auf und muss von Anfang an trainiert und geübt werden.“

Thomas Angerer, Direktor der HTL Wien West, plädiert für Workshops zur Gewalt- und Suchtprävention und betont: „Wenn man ihnen respektvoll und auf Augenhöhe gegenübertritt, hat man schon viel gewonnen.“

Appell an die Politik

Neben dem schulischen Bereich fordert der Bericht auch einen deutlichen Ausbau der außerschulischen Burschenarbeit. Tara Pire, Obfrau des Vereins Poika, macht auf bestehende Kapazitätsgrenzen aufmerksam: „Wir können der Nachfrage nicht nachkommen und das ist nicht nur bei uns so.“ Simon Brezina, Projektleiter bei White Ribbon Österreich, sieht sowohl Schulen als auch Arbeitgeber in der Pflicht: „Wenn Schulen oder auch Arbeitgeber:innen eine Umgebung schaffen, wo Werte wie Rücksichtnahme, Verständnis, Wertschätzung wichtig sind, kann aggressives und gewaltvolles Verhalten nachhaltig reduziert werden.“

SOS Mitmensch richtet mit dem Bericht einen klaren Appell an die Politik. Alexander Pollak, Sprecher der Organisation, formuliert es unmissverständlich: „Burschen, die patriarchal auftreten und sich über Besitzdenken, Ehre und Gewalt definieren, sind ein erhebliches gesellschaftliches Problem, aber keineswegs ein Naturgesetz.“ Pollak fordert die Verantwortlichen auf, wirksame Bildungs- und Präventionsstrategien zu entwickeln und strukturell zu verankern.

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KO KOSMO-Redaktion
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