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Pflegesektor

Pflege: Ausländische Berufsabschlüsse sollen schneller anerkannt werden

(FOTO: BKA/Christopher Dunker/iStock/PIKSEL)
(FOTO: BKA/Christopher Dunker/iStock/PIKSEL)

Im Angesicht einer stetig alternden Bevölkerung in Österreich und einem wachsenden Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal hat die Bundesregierung ein neues Reformpaket für den Pflegesektor vorgestellt. Dieses folgt auf die bereits erfolgten Reformen in den Jahren 2022 und 2023.

Die am Mittwoch bekanntgegebenen Maßnahmen umfassen eine erweiterte Förderung für Berufsumsteiger in der Pflegebranche. Dabei soll auf die Schaffung einer Kompetenzstelle für die schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse geachtet werden. Aber auch auf flexiblere Möglichkeiten für die Ersatzpflege pflegender Angehöriger sowie die Einführung bundesweiter Standards für Sozialbetreuungsberufe und erweiterte Kompetenzen für Heimhilfen.

Erweiterung des Pflegestipendiums

Ab September 2024 wird das Pflegestipendium, das eine finanzielle Unterstützung für Berufsumsteiger darstellt, auch für das Fachhochschulstudium in den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege zugänglich gemacht. Dies entspricht einer bedeutenden Erweiterung der bisherigen Fördermöglichkeiten und soll den Weg in den Pflegeberuf weiter vereinfachen.

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Mit der Einrichtung einer Kompetenzstelle plant die Regierung, die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Pflegebereich zu beschleunigen. Diese Maßnahme dient der Integration qualifizierten internationalen Personals in den österreichischen Arbeitsmarkt und soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Flexiblere Ersatzpflege

Die Reform sieht vor, dass Angehörige, die Pflegeaufgaben übernehmen, künftig bereits ab dem ersten Tag eine finanzielle Unterstützung für Ersatzpflege in Anspruch nehmen können. Dies stellt eine signifikante Vereinfachung und Erleichterung für pflegende Familienmitglieder dar.

Bundesweite Standards

Mit der Einführung einheitlicher Standards für Sozialbetreuungsberufe und der Ausweitung der Kompetenzen von Heimhilfen adressiert die Regierung sowohl die Qualitätssicherung in der Pflege als auch die Attraktivitätssteigerung dieser Berufe. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf praktischen Fähigkeiten, wie der Verabreichung von Medikamenten oder der Blutdruckmessung.

Transparenz bei 24-Stunden-Betreuung

Um mehr Klarheit in die Abrechnung von 24-Stunden-Betreuungskräften zu bringen, wird eine neue Verordnung eingeführt. Diese legt fest, dass Vermittlungsagenturen ein detailliertes Kostenblatt bereitstellen müssen, das alle relevanten Informationen zu Dienstleistungen und Gebühren umfasst.

Einige der Maßnahmen sollen noch im Herbst dieses Jahres in Kraft treten.