69 Kinder bei 27 Entbindungen: Eine russische Bäuerin soll diesen außergewöhnlichen Rekord im 18. Jahrhundert aufgestellt haben. Guinness führt den Fall bis heute – doch selbst ihr Vorname ist nicht zuverlässig überliefert.
Die erste Ehefrau des Bauern Fjodor Wassiljew aus dem russischen Schuja soll zwischen etwa 1725 und 1765 insgesamt 69 Kinder zur Welt gebracht haben. Der Überlieferung zufolge waren sämtliche Geburten Mehrlingsgeburten: 16-mal Zwillinge, siebenmal Drillinge und viermal Vierlinge.
Guinness World Records führt diese Zahl als Rekord für die meisten von einer Mutter geborenen Kinder. Die Organisation weist allerdings selbst darauf hin, dass die historische Geschichte mit Vorsicht zu betrachten ist.
Alte Berichte
Laut Guinness meldete das Kloster Nikolsk den Fall am 27. Februar 1782 nach Moskau. Die Geburten sollen dort registriert worden sein.
1783 berichtete auch die britische Zeitschrift „The Gentleman’s Magazine“ über die außergewöhnlich große Familie. Der Beitrag berief sich auf einen Brief aus St. Petersburg vom 13. August 1782. Die Angaben seien von einem englischen Kaufmann an seine Verwandten in England übermittelt worden.
Diese Berichte belegen, dass die Geschichte bereits im 18. Jahrhundert verbreitet wurde. Sie sind jedoch nicht mit einer heutigen Überprüfung sämtlicher Geburten gleichzusetzen.
Vorname unbekannt
In manchen Darstellungen wird die Mutter als Valentina Wassiljewa bezeichnet. Dieser Vorname ist jedoch nicht zuverlässig belegt. Guinness führt sie lediglich als Ehefrau von Fjodor Wassiljew.
Auch die Angaben zum Überleben der Kinder sind bemerkenswert: Nach einer Darstellung von Guinness sollen 67 der 69 Kinder das Säuglingsalter überlebt haben. Diese Zahl gehört ebenfalls zur historischen Überlieferung und sollte nicht als unabhängig gesicherte Tatsache verstanden werden.
87 Kinder insgesamt?
Wassiljew soll mit seiner zweiten Ehefrau weitere 18 Kinder gehabt haben: sechs Zwillings- und zwei Drillingsgeburten. Damit käme er aus beiden Ehen auf insgesamt 87 Kinder.
Wie zuverlässig die einzelnen Angaben sind, bleibt offen. Der Fall wird bis heute als Rekord geführt – die ungewöhnliche Familiengeschichte ist aber nur mit ihren historischen Unsicherheiten seriös zu erzählen.