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„OPERATION SLOWENJIA“

Prozess gegen Balkan-Drogenbande: Zwei weitere Dealer erhielten Urteil

Symbolbild (FOTO: iStockphoto)

Für insgesamt 7 Personen im Alter zwischen 19 und 36 Jahren hat am Montag der Prozess wegen Drogenhandels im großen Stil am Landesgericht Salzburg begonnen. Am Dienstagabend fielen zwei weitere Urteile.

Drei Bosnier, ein Serbe, ein Mazedonier, ein Türke und ein Österreicher mussten sich am Montag am Salzburger Landesgericht wegen Suchtgifthandels verantworten. Die Balkanbande soll zwischen März 2019 bis Juni 2020 rund sieben Kilo Cannabis, ein Kilo Kokain, rund 1.000 Ecstasy-Tabletten und Speed in Slowenien gekauft und im Raum Pongau verkauft haben. Sechs der sieben Personen erhielten bereits ein Urteil. Am Mittwoch ist das Urteil für den Hauptangeklagten, einen 28-jähriger Mazedonier, fällig.

„Operation Slovenia“
Die siebenköpfige Bande – sechs Männer und eine Frau – war im Zuge einer internationalen, langjährigen Ermittlung namens „Operation Slowenjia“ am 1. Juli im Pongau festgenommen worden. Ursprünglich hatten die Drogenfahnder 13 Verdächtige verhaftet, die in den Niederlanden, Spanien und Slowenien etwa hundert Kilo Cannabis, 30 Kilo Aufputschmittel, mehrere Kilo Kokain und Heroin beschafft haben sollen.

Seit Montagvormittag steht der Pongauer Drogenring mit sieben Angeklagten vor Gericht. Die sechs Männer und eine Frau sollen für den Verkauf von sieben Kilo Cannabis, rund tausend Aufputschtabletten und knapp einem halben Kilo Kokain verantwortlich sein. Drei der Angeklagten – einem Mazedonier (28) und zwei Bosniern (36) und (21) – wirft die Staatsanwaltschaft vor, als Mitglieder einer kriminellen Organisation erhebliche Mengen Suchtgift an zahlreiche „Kunden“ verkauft zu haben. Der Mazedonier wird dabei als Hauptangeklagter gehandelt. Die übrigen Angeklagten hätten laut Anklageschrift zum Suchtgifthandel beigetragen, indem sie den Mazedonier bei dessen Drogenbeschaffungsfahrten begleitet haben sollen.

6 von 7 Urteilen bereits gefällt
Bei den Prozesstagen am Montag und Dienstag kam es bereits in sechs Fällen zu einem Urteil: Der 35-jährige Österreicher und der 22-jährige Türke wurden bereits rechtskräftig freigesprochen. Beide hatten entschieden zurückgewiesen, als Kuriere bzw. Mitfahrer bei Drogenbeschaffungsfahrten des Mazedoniers fungiert zu haben.

Der Serbe (25) sowie die 19-jährige Ex-Freundin des Mazedoniers wurden zu neun bzw. sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. Sie müssen also nicht ins Gefängnis. Am Dienstagabend wurden zwei weitere bosnische Dealer verurteilt: zu zwei Jahren, bzw. sechs Monaten Haft. Beide Urteile sind nicht rechtskräftig. Am Mittwoch wird das Urteil des mutmaßlichen Haupttäters erwartet: Der vorbestrafte 28-jährige Mazedonier gilt als Kopf der Bande und Beschaffer des Suchgifts – ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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