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CORONAVIRUS

Serbien zieht zweiten Lockdown in Betracht

(FOTOS: zVg.)

Heute tagen die Mitglieder des Krisenstabes der serbischen Regierung, um eine abermalige Einführung von restriktiven Corona-Maßnahmen zu diskutieren.

In den vergangenen zwei Monaten herrschte im Westbalkanland eine komplette Ausgangssperren die ältere Bevölkerung, die nur wenige Ausnahmen, wie das Einkaufen von Lebensmitteln, zuließ. Auch für alle anderen Bürger gab es immer wieder temporäre Verbote, den Wohnsitz zu verlassen. Diese erstreckten sich in den meisten Fällen über das gesamte Wochenende.

Mittlerweile wurde der, im März ausgerufene, Ausnahmezustand mit 7. Mai wieder aufgehoben. Nach dem Lockdown durften nun auch wieder Kaffeehäuser und Shoppingzentren aufsperren.

Zahlen nicht zufriedenstellend
Bereits vor einigen Tagen war vonseiten der Regierung Serbiens zu hören, dass die Möglichkeit bestehe, dass abermals strikte Beschränkungen eingeführt werden könnten, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Immer wieder zieht die serbische Regierung als maßgebende Kennzahl im Kampf gegen die Corona-Pandemie den Anteil an Infizierten im Vergleich zur Anzahl der getesteten Personen an. Gestern belief sich diese Zahl auf 2,16 Prozent. Als Obergrenze wurde vielfach 5 Prozent genannt. Um ein weiteres Vorgehen zu diskutieren, rief die serbische Premierministerin Ana Brnabić eine Krisensitzung zusammen.

„Einen Anstieg dürfen wir uns nicht erlauben“
„Wenn die Anzahl der positiv Getesteten 5 Prozent aller Tests ausmacht, dann müssen wir unseren Kampf gegen das Coronavirus von vorne beginnen. Sobald die Maßnahmen zurückgenommen wurden, dachten die Menschen, dass die Epidemie vorbei ist“, warnte der Pneumologe und Allergologe an der Belgrader Universitätsklinik Tiršova, Dr. Branislav Nestorović.

Die Bürger hätten vergessen, dass vor einigen Wochen der Ausnahmezustand im Land herrschte, weshalb es immer wieder zum Auftreten von neuen Infektionsherden komme. „Derzeit ist noch alles unter Kontrolle, aber einen Anstieg an Infektionen dürfen wir uns nicht erlauben. Insofern wir die Grenze von 5 Prozent erreichen oder überschreiten, so müssen wir einige Maßnahmen wieder einführen“, fügte Nestorović hinzu.

Maskenpflicht & Zusperren der Gastronomie
Der Experte zählte im Interview für „Informer“ auf, dass er vor allem an eine Maskenpflicht denke, die bei Missachtung mit einer Geldstrafe geahndet werden soll. Er könne sich auch vorstellen, dass man vielleicht auch alle Kaffeehäuser, Schanigärten und Einkaufszentren wieder zusperren müsse.

„Wir müssen als Gesellschaft und Einzelpersonen verantwortungsvoll agieren. Schutzmasken und Handschuhe müssen in geschlossenen Räumen getragen werden und der Mindestabstand eingehalten werden. Auch Umarmungen und Küsschen zur Begrüßung muss man unbedingt unterlassen“, resümierte Nestorović.

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