Studie: Jede 2. Bosnierin ab 15 Jahren war Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt

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Studie: Jede 2. Bosnierin ab 15 Jahren war Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt

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Nach verfügbaren Informationen der zuständigen Institutionen wurde jede zweite 15-jährige Frau in Bosnien-Herzegowina mindestens einmal Opfer einer Form geschlechtsspezifischer Gewalt. Das wurde am Donnerstag bei einer Diskussion bekanntgegeben.

Wie die Expertin für sexuelle reproduktive Gesundheit von jungen Menschen im United Nations Population Fund (UNFPA), Enida Imamović erklärt, sollen diese Daten aufzeigen, wie unzureichend die Bekämpfung solcher Probleme im Inland vonstattengeht: „Auch wenn wir seit einigen Jahren in Bosnien-Herzegowina weniger Fälle von Müttersterblichkeit verzeichnen, bedeutet das nicht, dass wir nicht weiter an einer Verbesserung der Gesundheitsversorgung in diesem Bereich arbeiten müssen.“

Imamović hielt außerdem fest, dass kein Land alle seine Ziele in diesem Bereich erfüllt habe – und zwar die sogenannten „drei Nullen“ zu erreichen: Null Fälle der Müttersterblichkeit, missvergnügtem Bedarf für Empfängnisverhütung und null Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt. Das Ziel der „drei Nullen“ soll bis 2030 erreicht werden.

40 Prozent der Bevölkerung verschwinden

Die Bürgerbeauftragte für Menschenrechte in Bosnien-Herzegowina, Jasminka Džumhur zeigt sich zudem besorgt über die Bevölkerungsentwicklung in dem ehemaligen Jugoslawienstaat: „Bestimmte UN-Parameter zeigen an, dass dieses Land bis zum Jahr 2050 mehr als 40 Prozent seiner Bevölkerung verlieren wird.“ Das sei nicht nur ein Ergebnis einer höheren Sterblichkeitsrate im Vergleich zur Geburtenrate, sondern auch der Massenmigration aus Bosnien.

In diesem Jahr wird Bosnien-Herzegowina zum ersten Mal im Zuge der Nachkriegszeit einen Bericht über den Stand der Menschenrechte im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit veröffentlichen, meldet „Dnevni Avaz“.

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