Acht EU-Staaten fordern härtere Tabakregeln – doch die Nebenwirkungen dieser Politik zeigen sich bereits anderswo in Europa.
Acht EU-Mitgliedstaaten haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Europäische Kommission gewandt und eine deutliche Verschärfung der europäischen Tabakpolitik gefordert. Beteiligt sind Minister aus Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Ungarn, Finnland, Belgien, Slowenien und Lettland. Die Forderungen umfassen unter anderem ein Einfrieren des bestehenden Produktsortiments, um neue Tabakprodukte vom europäischen Markt fernzuhalten, sowie Verbote für Nikotinpads und Aromastoffe. Darüber hinaus sprechen sich die unterzeichnenden Länder für strengere Grenzwerte bei der Nikotinkonzentration sowie für die Einführung von Einheitsverpackungen aus.
Fiskalische Risiken
Die wirtschaftlichen Konsequenzen einer solchen Regulierungsverschärfung wären beträchtlich. Allein Österreich erzielte im Jahr 2025 aus Tabaksteuern Einnahmen von rund 2,18 Milliarden Euro – unter Einbeziehung der Umsatzsteuer steigt dieser Wert auf etwa 2,9 Milliarden Euro. Ein schrumpfender legaler Tabakmarkt, wie er durch die geforderten Maßnahmen entstehen könnte, würde sich entsprechend negativ auf diese Steuereinnahmen auswirken.
Schwarzmarkt-Gefahr
Neben den fiskalischen Risiken rückt auch die Frage des illegalen Handels in den Vordergrund. Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass restriktivere Tabakpolitik den Schwarzmarkt begünstigen kann. In Frankreich, einem der Unterzeichnerstaaten, beträgt der Anteil illegaler Zigaretten bereits 41 Prozent, in Irland 35 Prozent, in Großbritannien 32 Prozent und in den Niederlanden 22 Prozent.
Österreich steht im europäischen Vergleich deutlich besser da: Der Anteil illegaler Zigaretten liegt hierzulande bei lediglich 5 Prozent und damit weit unter dem EU-Durchschnitt von 10 Prozent. Dennoch verursachten illegale Nikotinprodukte auch in Österreich im Jahr 2025 Einnahmeverluste von rund 128 Millionen Euro.
Dennoch verursachten illegale Nikotinprodukte auch in Österreich im Jahr 2025 Einnahmeverluste von rund 128 Millionen Euro.