Während die Regierungspartei SNS zu Gegenkundgebungen mobilisiert, warnen Studentengruppen vor möglichen Konflikten und berichten von Druck auf Staatsbedienstete.
Die regierende Serbische Fortschrittspartei (SNS) hat als Reaktion auf die seit neun Monaten anhaltenden Studentenproteste zu Gegenkundgebungen aufgerufen. Diese fanden gestern Abend an insgesamt 50 Orten in ganz Serbien statt, darunter in kleineren Gemeinden sowie in Städten wie Pozarevac, Ruma, Leskovac und Pancevo. SNS-Vorsitzender Milos Vucevic erklärte, die Demonstrationen richteten sich gegen „Blockaden“ und dienten der „Verteidigung der Demokratie“.
Die Bevölkerung wünsche sich eine Rückkehr zur Normalität, betonte Vucevic. Präsident Aleksandar Vucic unterstrich seinerseits, die Menschen forderten „die Rückkehr der Stabilität und der Sicherheit“.
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Gewalttätige Auseinandersetzungen in Belgrad
In der Hauptstadt verliefen die Proteste jedoch nicht friedlich. Vor der SNS-Parteizentrale in Belgrad kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern der Regierung. Laut Medienberichten wurden Steine und Blendgranaten auf das Parteigebäude geworfen. Die Polizei griff ein, wobei es mehrere Verletzte und Festnahmen gab.
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Protestabsagen
Studentische Gruppierungen und zivilgesellschaftliche Initiativen haben indes an jene Bürger appelliert, die seit Monaten für Rechtsstaatlichkeit und vorgezogene Parlamentswahlen demonstrieren, den Regierungskundgebungen fernzubleiben, da diese als potenzieller Konfliktherd eingestuft werden. Einige ursprünglich geplante Protestveranstaltungen wurden daraufhin verschoben oder abgesagt.
Der Fernsehsender N1 berichtete, dass bei den SNS-Kundgebungen neben Parteifunktionären auf lokaler Ebene auch zahlreiche Angestellte des öffentlichen Dienstes anwesend waren.
Regierungskritische Medien hatten zuvor darauf hingewiesen, dass wiederholt Druck auf Staatsbedienstete ausgeübt worden sei, an den Regierungsprotesten teilzunehmen.