„Wenn es zu einer Namensänderung kommt, wird sich die RS abspalten“

MILORAD DODIK

„Wenn es zu einer Namensänderung kommt, wird sich die RS abspalten“

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Milorad-Dodik-RS-Abspaltung
(FOTO: kurir.rs/Marina Lopičić)

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Das serbische Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina, Milorad Dodik, betonte im Interview für RTS, dass die Verfassung der Republika Srpska reformiert gehöre.

„Der Hohe Repräsentant von Bosnien-Herzegowina intervenierte in die Verfassung mit 30 Novellen und änderte damit die Grundlage“, so Dodik und fügte hinzu, dass die Republika Srpska ein „Volksprojekt sei“. Er erinnerte auch daran, dass er 1992 bei der Verfassungsunterzeichnung der Republika Srpska als Abgesandter anwesend war.

Milorad Dodik ist der Meinung, dass der Hohe Repräsentant die Republika Srpska ihrer Rechte beraubte, jedoch scheiterte sein Versuch, die RS abzuschaffen, um Bosnien-Herzegowina so zu stärken. Laut dem serbischen Mitglied des Staatspräsidiums sei der Hohe Repräsentant von Bosnien-Herzegowina nur noch für „den Fall der Fälle“ im Land, um einen Zerfall zu verhindern.

„Selbstverständlich können sie dies nicht aufhalten. Insofern in Bosnien-Herzegowina kein Konsensus gefunden wird, kann auch der Hohe Repräsentant nichts ausrichten“, kommentierte Milorad Dodik. Ebenso genieße die Institution des Hohen Repräsentanten keine Unterstützung vonseiten der Republika Srpska, da der ehemalige Hohe Repräsentant Paddy Ashdown die Position der RS zum Teil geschadet habe.

Hinsichtlich der Regierungsbildung innerhalb des Landes haben die Republika Srpska, sowie die Kroaten alles in ihrer Macht Stehende getan. Nun würde man auf die bosniakische Seite warten, deren Arbeit aus Spekulationen und absichtlichen Warten bestehe, betonte Dodik.

„Bosniakische Politiker möchten die bestehende Struktur des Ministerrates mit allen Mitteln aufrechterhalten. Damit riskieren sich jedoch, dass sie das gesamte Land blockieren“, erklärte er weiter.

10 Staaten unterstützen eine Unabhängigkeit der RS
Dodiks Meinung nach sei er aufgrund es Willen des serbischen Volkes aktuelles Mitglied des Staatspräsidiums, weshalb er es als seinen Auftrag sehe, die Position der Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina zu stärken. „Die RS verlangt, dass das Dayton-Abkommen sowie die bosnisch-herzegowinische Verfassung respektiert und mit allen ihren Inhalten eingehalten werden.“

„Eine Unabhängigkeit der Republika Srpska würden mindestens zehn Staaten unterstützen. Insofern die Initiative zum Verfassungsgericht gelangt und angenommen wird, so werden wir ein Referendum durchführen und uns von Bosnien-Herzegowina abspalten. Wir haben auch mit Aleksandar Vučić darüber gesprochen. Im Gegensatz zu vielen versteht er die Gesamtsituation und sich immer für die Einhaltung des Daytoner Abkommens, sowie der Verfassung Bosnien-Herzegowinas aussprechen. Serbien unterstützt die territoriale Integrität und Gesamtheit Bosnien-Herzegowinas – zwei Entitäten und drei Völker“, resümierte Dodik mit dem Nachsatz, dass Bosnien für Serben kein guter Ort zum Leben sei.

Zur Erinnerung: Laut der SDA (Stranka demokratske akcije) – der führenden Partei der Bosniaken in Bosnien-Herzegowina – stelle der Name „Republika Srpska“ (zu Deutsch „serbische Republik“) eine „intensive und wirksame Diskriminierung der beiden anderen Staatsvölker, der Bosniaken und Kroaten“ dar, bzw. würde dazu benutzt werden. Nun soll der Namen vor dem Verfassungsgericht angefochten werden. (KOSMO berichtete)

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