Schmerzhafte Hautausschläge, monatelange Nervenschmerzen und sogar Erblindungsgefahr – die Gürtelrose-Impfung soll bald kostenlos werden und vielen Betroffenen Leid ersparen.
Die Bundesregierung stellt bis 2028 zusätzliche 266 Millionen Euro für das Impfprogramm bereit. Diese Erweiterung umfasst unter anderem Schutzimpfungen gegen Pneumokokken, HPV und Gürtelrose. Für letztere müssen Patienten derzeit etwa 500 Euro für beide erforderlichen Teilimpfungen aufbringen. Bei Gürtelrose – in der Medizin als Herpes Zoster bezeichnet – handelt es sich um eine virale Infektion, die sich durch stark juckende Hautausschläge manifestiert. Diese können an verschiedenen Körperstellen auftreten. Verursacht wird die Erkrankung durch dasselbe Virus, das auch für Windpocken verantwortlich ist. Nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung verbleibt das Virus im Körper und kann bei geschwächter Immunabwehr reaktiviert werden.
⇢ Pneumokokken und Gürtelrose: Gratis-Impfungen für Risikogruppen
Start der Gratis-Impfung im Herbst 2025
Nach Informationen des Gesundheitsministeriums wird die kostenlose Gürtelrose-Impfung ab Herbst 2025 verfügbar sein. Anspruch darauf haben alle Personen ab 60 Jahren sowie Menschen ab 50 Jahren mit bestimmten chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche. Die Impfung erfolgt mit einem Totimpfstoff und besteht aus zwei Teilimpfungen, die im Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht werden. Die Umsetzung erfolgt über Hausärzte und öffentliche Impfstellen, sobald das Programm bundesweit startet. Details zur konkreten Umsetzung und Terminvergabe werden von den Bundesländern in den kommenden Wochen veröffentlicht.
⇢ Ab 2026: Diese Impfung ist jetzt kostenlos!
Gefürchtete Folgeerkrankungen
„Im Monat habe ich zwei bis drei Patienten, die mit Gürtelrose in die Praxis kommen. Wenn man es früh erkennt, kann man es relativ gut behandeln. Das schützt aber nicht vor den Folgeerkrankungen. Zum Beispiel von einer Zoster-Neuralgie, das ist eigentlich die Erkrankung, vor der wir uns fürchten„, so Fassl. Als Folge einer Gürtelrose bleiben dabei Nervenschmerzen zurück, die Monate oder sogar Jahre andauern können. „Ein Problem ist auch, dass das Auge betroffen sein kann, bis hin zur Erblindung. Mit der Impfung kann man nicht nur die Erkrankung verhindern, sondern auch die Folgeschäden, weil diese Schmerzen, die mit der Erkrankung verbunden sind, halten oft über die Erkrankung hinaus meist Wochen und Monate an. Für den Patienten ist das eine große Belastung“, sagte Internist Gerhard Racz.
Bürokratische Hürden
In österreichischen Arztpraxen wird Herpes Zoster häufiger diagnostiziert als erwartet, was auf eine hohe Nachfrage nach kostenfreien Impfungen hindeutet. Der praktische Arzt und Intensivmediziner Hartwig Fassl aus Litzelsdorf im Burgenland bestätigt diese Entwicklung. Die Mehrheit der Mediziner unterstützt daher die Initiative zur Gratis-Impfung. Fassl bemängelt jedoch die bürokratischen Hürden für Ärzte mit Hausapotheken: „Das Ungute ist, dass wir die Impfungen, die gratis sind, in der Hausaphotheke nicht abgeben dürfen. Die Patienten müssen mit einem Rezept in die öffentliche Apotheke und dann mit dem Impfstoff wieder zu uns“, sagte Fassl. In anderen Bundesländern existiere diese Problematik nicht.
Um besonders älteren Impfwilligen den Zugang zu erleichtern, sollte diese Hürde beseitigt werden.