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Initiative

Pneumokokken und Gürtelrose: Gratis-Impfungen für Risikogruppen

Pneumokokken und Gürtelrose: Gratis-Impfungen für Risikogruppen
(FOTO: iStock Photo/Inside Creative House)
3 Min. Lesezeit |

Zwei neue Impfungen sollen bald kostenlos werden: Gegen Pneumokokken und Herpes Zoster plant das Gesundheitsministerium eine Gratis-Initiative für Risikogruppen.

Neben der HPV-Impfung, die noch bis Ende Juni 2026 für alle unter 30 Jahren kostenfrei verfügbar ist, plant das Gesundheitsministerium die Aufnahme zweier weiterer Impfungen in das kostenlose Programm. Laut einem Bericht des „Kurier“ sollen künftig auch Schutzimpfungen gegen Pneumokokken und Herpes Zoster für bestimmte Risikogruppen ohne finanzielle Belastung angeboten werden. Bislang mussten Betroffene diese Impfungen aus eigener Tasche bezahlen.

Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig betont die Wichtigkeit dieser Initiative: „Pneumokokken, Gürtelrose und HPV sind keine Bagatellen – sie können schwere Erkrankungen verursachen, die oft vermeidbar wären.“

Obwohl die Initiative bereits angekündigt wurde, hat das Gesundheitsministerium bisher noch keinen konkreten Starttermin für das kostenlose Impfprogramm veröffentlicht. Berechtigte Personen sind derzeit weiterhin auf bestehende Impfaktionen und Zuschussmodelle angewiesen. Die Pneumokokken-Impfung ist für Kinder bis zum Ende des zweiten Lebensjahres bereits Teil des kostenfreien Impfprogramms, während Erwachsene und Risikogruppen aktuell noch auf Zuschüsse der Sozialversicherungsträger zurückgreifen können.

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Pneumokokken-Schutz

Pneumokokken sind Bakterien, die im Nasen-Rachen-Bereich vieler gesunder Menschen vorkommen, jedoch unter bestimmten Umständen ernsthafte Gesundheitsrisiken darstellen – besonders für Säuglinge, Senioren und immungeschwächte Personen. Von den mehr als 90 existierenden Serotypen können einige besonders aggressive Krankheitsbilder auslösen, darunter Pneumonie, Meningitis, Sepsis, Otitis media, Sinusitis und Bronchitis.

Das Risikoprofil umfasst vor allem Kinder unter fünf Jahren, Personen jenseits des 60. Lebensjahres sowie Menschen mit chronischen Grunderkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes oder COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Auch Patienten mit geschwächtem Immunsystem gehören zur Hochrisikogruppe. Für alle Menschen ab 60 Jahren wird die Pneumokokken-Impfung generell empfohlen, unabhängig von zusätzlichen Risikofaktoren.

Der Impfstoff trainiert das körpereigene Abwehrsystem gezielt auf die Erkennung spezifischer Pneumokokken-Serotypen. Nach der Impfung bildet der Organismus Antikörper gegen die Bakterienkapseln dieser Erreger. Bei einem späteren Kontakt erkennt das Immunsystem die Eindringlinge rasch und kann sie effektiv bekämpfen. Dies verhindert nicht nur die Infektion selbst, sondern reduziert auch die Schwere möglicher Erkrankungen deutlich.

Gürtelrose-Impfung

Herpes Zoster, im Volksmund als Gürtelrose bekannt, wird durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht – denselben Erreger, der auch für Windpocken verantwortlich ist. Nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung verbleibt das Virus dauerhaft im Körper, wo es in Nervenzellen inaktiv wird. Bei nachlassender Immunabwehr, oft Jahre oder Jahrzehnte später, kann das Virus reaktiviert werden und manifestiert sich dann als Gürtelrose.

Wer keine Windpocken-Infektion durchgemacht hat und erstmals mit dem Virus in Kontakt kommt, erkrankt zunächst an Windpocken, nicht an Gürtelrose. Die Gürtelrose tritt erst bei einer Reaktivierung des bereits im Körper vorhandenen Virus auf.

Charakteristisch für die Erkrankung sind Schmerzen und ein Bläschenausschlag, der sich typischerweise halbseitig entlang einer Nervenbahn erstreckt – meist am Rumpf, gelegentlich auch im Gesicht. Begleitend können Allgemeinsymptome wie Fieber und Erschöpfung auftreten. Als gefürchtete Komplikation gilt die Post-Zoster-Neuralgie – anhaltende Nervenschmerzen, die noch Wochen bis Monate nach Abheilen der Hautläsionen fortbestehen können.

Besonders gefährdet sind Menschen über 50 Jahre, Personen mit Immunschwäche und alle, die in der Vergangenheit Windpocken hatten.

Die Zoster-Impfung stärkt die Immunabwehr gezielt gegen das Varizella-Zoster-Virus. Obwohl sie die Virusinfektion selbst nicht verhindern kann, reduziert sie das Risiko einer Reaktivierung erheblich und mildert bei dennoch auftretender Erkrankung den Verlauf deutlich ab. Für die Herpes-Zoster-Impfung bestehen derzeit keine flächendeckenden Gratisangebote – sie muss weiterhin privat bezahlt werden, bis die angekündigte Erweiterung des kostenlosen Programms für Risikogruppen umgesetzt wird.