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330 TATVERDÄCHTIGE

52 missbrauchte Kinder: Auch Österreicher gefasst, der sich an 4-jähriger Tochter verging

Symbolbild (FOTO: iStockphoto)

Im Missbrauchsskandal im deutschen Bergisch Gladbach mit 52 Kindern als Opfer und 330 Tatverdächtigen hat die heimische Polizei nun einen Mann in Salzburg gefasst. Er soll seine eigene 4-jährige Tochter sexuell missbraucht haben.

Im Oktober 2019 wurde der deutsche Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach bekannt –einer der abscheulichsten derartigen Verbrechen, die in jüngerer Vergangenheit aufgeflogen sind. Die rund 330 Verdächtigen in dem Fall sollen meist die eigenen Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht, die Taten gefilmt und über Handychats ausgetauscht haben. Die Polizei richtete die internationale Sonderkommission (BAO) Berg ein. Bereits im Jänner 2020 gab es Hinweise darauf, dass auch zumindest ein Österreicher in den Fall involviert sein dürfte. Nun wurde der 34-Jährige in Salzburg gefasst.

Der 34-jährige Salzburger ist einschlägig vorbestraft und gestand bereits, im Tatzeitraum 2019 seine damals vierjährige (!) Tochter sexuell misshandelt und die Taten gefilmt zu haben. Auf die Spur des Verdächtigen waren die heimischen Ermittler nach einem Hinweis der Sonderkommission Berg gekommen, die in dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach ermittelt. Seine Strafe ist noch ausständig.

Insgesamt sind inzwischen zehn Männer zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt worden, zwei Urteile sind bereits rechtskräftig. Sieben Beschuldigte saßen im Jänner in Nordrhein-Westfalen in Untersuchungshaft. Die BAO Berg hat sieben Verfahren nach Österreich, Frankreich, Finnland, Schweden, in die Schweiz und in die Niederlande abgegeben.

52 missbrauchte Kinder befreit, 330 Tatverdächtige
In dem Missbrauchskomplex sollen mehrere Verdächtigen meist die eigenen Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht, die Taten gefilmt und über Handychats ausgetauscht haben. In einer Zwischenbilanz im Jänner betonte die Sonderkommission, dass seit der Übernahme der landesweiten Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte am 30. Oktober 2019 52 missbrauchte Kinder befreit und 330 Tatverdächtige identifiziert wurden.

Schlag gegen Sexualstraftaten und Kinderpornografie
„Ein Missbrauchsfoto zu sehen, ist immer eine Belastung. Wenn das Kind am Ende aber die Hilfe bekommt, die es dringend braucht, wird Ermittlungsarbeit erträglicher“, so der Leiter der BAO Berg, Kriminaldirektor Michael Esser. Und weiter: „Wenn wir Kindern in ihren schlimmen Lebenssituationen helfen wollen, dürfen wir nicht vor Länder- und Staatengrenzen haltmachen, die für die im Internet agierenden Täter bedeutungslos sind.“

„Wie wichtig die internationale Kooperation speziell in diesem höchst belastenden Arbeitsbereich der Kriminalpolizei ist, wurde in diesem Ermittlungsfall wiederum klar sichtbar“, so der zuständige Referatsleiter im Bundeskriminalamt, Chefinspektor Jürgen Ungerböck. Das Referat für Sexualstraftaten und Kinderpornografie im Bundeskriminalamt Österreich steht nach eigenen Angaben seit Jahren in engem Austausch mit den deutschen Ermittlungsbehörden.

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