Moskau setzt auf digitale Eigenständigkeit und lanciert einen nationalen Messenger-Dienst. Die neue Plattform soll die Abhängigkeit von WhatsApp und Telegram reduzieren.
Russland hat einen nationalen Messenger-Dienst ins Leben gerufen, der die Abhängigkeit von ausländischen Plattformen wie WhatsApp und Telegram verringern soll. Dies verkündete Sergej Bojarski, Vorsitzender des Ausschusses für Informationspolitik im russischen Parlament, am Freitag.
Der neue Dienst sei ein entscheidender Baustein in Russlands Strategie zur digitalen Souveränität. „Mit der Entwicklung dieses multifunktionalen nationalen Dienstes – einem einzigartigen digitalen Ökosystem – schließen wir die letzte Lücke in unserer digitalen Sicherheitsarchitektur“, erläuterte Bojarski laut dem türkischen Nachrichtenportal Anadolu Ajansi.
Das Projekt zielt darauf ab, ausländische Anwendungen durch eine moderne inländische Alternative zu ersetzen, die eine umfassendere Kontrolle über Kommunikationsdaten ermöglicht.
Digitale Transformation
Bojarski betonte, dass bestehende Dienste nicht vom Markt gedrängt werden sollen: „WhatsApp und Telegram können weiterhin genutzt werden, solange sie unsere gesetzlichen Vorgaben vollständig respektieren. Allerdings werden sie nicht länger von einem Mangel an Wettbewerb profitieren.“
Der Parlamentarier ordnete die Initiative in einen größeren Zusammenhang ein – sie sei Teil einer umfassenden digitalen Transformation Russlands, die bereits E-Government-Dienste, heimische soziale Netzwerke und Online-Banking-Systeme umfasse.
„Viele andere Länder stehen erst am Anfang ähnlicher Entwicklungen“, fügte er hinzu.