Mit einer falschen Autopanne lockten US-Behörden einen Familienvater in die Falle. Was die Überwachungskamera eines Nachbarn festhielt, erschüttert eine ganze Familie.
ICE-Beamte lockten Familienvater
Zwei Frauen mit angeblicher Autopanne vor der Haustür, ein hilfsbereiter Familienvater, der plötzlich von Geländewagen umzingelt wird – was sich wie ein Drehbuch für einen Actionfilm anhört, ist für eine Familie aus Minnesota bittere Realität. Die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (US-Einwanderungsbehörde) hat bei der Festnahme eines Mannes ohne Aufenthaltspapiere zu einer umstrittenen Methode gegriffen.
Die Szene spielte sich vergangenen Donnerstag in einem Vorort von Minneapolis ab. Jesus Flores, ein Mechaniker und Vater von sechs Kindern, wurde festgenommen, nachdem er hinausgegangen war, um zwei Frauen bei Problemen mit ihrem Auto zu helfen. Nach Überzeugung seiner Familie handelte es sich bei den Frauen um verkleidete ICE-Beamtinnen.
Eine Überwachungskamera des Nachbarn zeichnete den gesamten Vorgang auf. Das sechsminütige Video, das später auf Facebook veröffentlicht wurde, zeigt zwei Frauen, die vor Flores‘ Haus anhalten und die Motorhaube öffnen. Eine der Frauen klopft an die Haustür und kehrt mit Flores zurück, der beginnt, das Auto zu untersuchen. Während der Inspektion tauchen plötzlich drei Geländewagen auf und blockieren die Straße. Als Flores versucht, ins Haus zurückzufliehen, wird er von Beamten umzingelt und überwältigt. Das angeblich defekte Fahrzeug startete nach der Festnahme problemlos und fuhr davon.
„Zwei Frauen klopften am 12. Februar gegen 13 Uhr an unsere Tür. Später stellte sich heraus, dass es sich um ICE-Beamtinnen handelte, die sich als normale Bürgerinnen ausgaben“, schrieb Flores‘ Sohn Miguel auf einer Spendenplattform. „Diese unerwartete Situation hat unsere Familie schockiert, verängstigt und uns das Herz gebrochen. Wir suchen nach Antworten.“
A female ICE Agent fakes having car trouble in front of a suspected Illegal immigrants residence.
When Jesus Flores comes out to assist, ICE Agents swarm him!!
Did you vote for this?!?! pic.twitter.com/479GlG14gY
— Brandon (@LibOrNormal) February 18, 2026
Dionicia Flores, die Ehefrau des Festgenommenen, erklärte gegenüber lokalen Medien, dass ihr Mann die Stütze für ihre sechs Kinder sei, von denen zwei besondere Betreuung benötigen. Die Familie bestätigte, dass Flores keine Aufenthaltspapiere besitzt und vor mehr als 15 Jahren bereits einmal abgeschoben wurde. „Mein Vater ist ein fleißiger Mann“, betonte sein Sohn. „Er kam hierher, um uns ein besseres Leben zu ermöglichen. Und das hat er geschafft.“ Die Kinder der Familie sind amerikanische Staatsbürger.
Behördliche Darstellung
Das Ministerium für Heimatschutz (DHS) zeichnet ein völlig anderes Bild. Laut einer Erklärung der DHS-Staatssekretärin Tricia McLaughlin ist Jesus Emmanuel Flores-Aguilar ein ehemaliges Mitglied der Bande Vatos Locos 13 mit krimineller Vergangenheit, der bereits zweimal aus den USA abgeschoben wurde. „Seine kriminelle Vergangenheit umfasst eine Festnahme wegen schwerer Körperverletzung. Nach seiner Festnahme wurde er 2010 abgeschoben“, erklärte McLaughlin.
„Flores-Aguilar entschied sich, das Gesetz zu brechen und ein schweres Verbrechen zu begehen, indem er 2011 illegal wieder in die USA einreiste, und wurde erneut abgeschoben. Dann entschied er sich, ein weiteres schweres Verbrechen zu begehen und ein drittes Mal illegal einzureisen.“ Mit unverhohlener Härte fügte die Staatssekretärin hinzu: „Flores-Aguilars Spitzname in der Bande war ‚Lucky‘. Damit ist heute Schluss. Unter Präsident Trump und Ministerin Noem sind illegale Einwanderer mit krimineller Vergangenheit in den USA nicht willkommen.“
Politischer Kontext
Der Vorfall ereignet sich in einer Zeit, in der Tom Homan, Trumps Grenzbeauftragter, den Abzug hunderter Beamter aus Minnesota und das Ende verstärkter Aktionen nach dem Tod zweier amerikanischer Staatsbürger angekündigt hatte. Trotz dieser Ankündigung erklärte Homan am Sonntag, dass Kräfte in Minneapolis bleiben würden, um künftige Operationen durchzuführen. Die verbleibenden Beamten würden auch „Sicherheitskräfte“ umfassen, deren Aufgabe es sei, Demonstranten daran zu hindern, die Operationen von ICE und der Grenzpatrouille zu stören.