Österreichs Autobahnen werden smarter: Ein 24-Millionen-Euro-Deal soll die Verkehrssteuerung auf den neuesten Stand bringen.
Die ASFINAG modernisiert in den kommenden Jahren ihre Verkehrsbeeinflussungsanlagen in österreichischen Ballungsräumen und bringt die veralteten Systeme auf einen aktuellen technischen Stand – verbunden mit einer teilweisen Erweiterung der bestehenden Infrastruktur. Im Mittelpunkt stehen dabei elektronische Wechselverkehrszeichen, über die sich Tempolimits und Verkehrsinformationen flexibel einblenden lassen.
Den Auftrag zur Lieferung und Wartung dieser Anzeigesysteme erhielt das burgenländische Unternehmen SWARCO FUTURIT nach einer EU-weiten Ausschreibung. Der Rahmenvertrag sieht den Abruf von bis zu 2.100 LED-Anzeigen unterschiedlicher Größen über einen Zeitraum von zehn Jahren vor. Ergänzend sind Ersatzteile sowie Instandhaltungs-, Service- und Softwareleistungen für 25 Jahre vertraglich vereinbart. Das Gesamtvolumen der Rahmenvereinbarung beläuft sich auf 24 Millionen Euro.
ASFINAG-Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl: „Der intelligenten Verkehrssteuerung gehört die Zukunft im Rahmen unseres Mobilitätsmanagements. Der österreichische und auch international agierende Verkehrstechnikspezialist SWARCO konnte sich im Rahmen unseres Großprojekts als Bestbieter durchsetzen. Mit dieser rot-weiß-roten Vergabe verbleibt die Wertschöpfung in Österreich. Die künftigen Anzeigen weisen auch einen relativ geringen Stromverbrauch auf, was für uns als nachhaltiger Mobilitätspartner ein wichtiges Kriterium ist.“
Technische Erneuerung
Ein Teil der bestehenden Verkehrsbeeinflussungsanlagen ist mittlerweile bis zu zwei Jahrzehnte alt und basiert auf unterschiedlichen Anzeigetechnologien. Die ASFINAG plant daher eine grundlegende Erneuerung dieser Systeme mit dem Ziel, künftig einen einheitlichen technischen Standard zu gewährleisten.
Die Kernanliegen dieser Verkehrssteuerungstechnik sind die Optimierung des Verkehrsflusses, eine rechtzeitige Anpassung der Höchstgeschwindigkeit vor der Entstehung von Staus sowie die frühzeitige Warnung vor Unfällen. Niedrigere Geschwindigkeiten ermöglichen es, mehr Fahrzeuge auf derselben Strecke zu bewegen. Darüber hinaus kann die ASFINAG über die Anzeigen dynamisch Reisezeiten, aktuelle Verkehrsinformationen und die Belegung von Rastplätzen kommunizieren. Die flexiblen Wechselverkehrszeichen verbinden damit Verkehrssteuerung, gezielte Information und eine erhöhte Verkehrssicherheit.
„Ich freue mich, dass SWARCO mit diesem Auftrag die erfolgreiche direkte Zusammenarbeit mit der ASFINAG im Bereich Wechselverkehrszeichen, die schon seit 2020 besteht, längerfristig fortsetzen kann. Dies ist ein Beweis für das Vertrauen des Autobahnbetreibers in unsere Technologie made in Austria bei LED-Wechselverkehrszeichen, die durch optische Brillanz, hohe Energieeffizienz, große Langlebigkeit, minimierten Wartungsbedarf und nachhaltige Produktion am Weltmarkt die Qualitätsführerschaft bilden“, erklärt Michael Schuch, CEO der SWARCO-Gruppe.
Erste Projekte 2026
Ab Juli 2026 sollen die neuen Schilder für konkrete Projekte zur Verkehrslenkung und Verkehrsharmonisierung bereitstehen – darunter Vorhaben im oberösterreichischen Zentralraum sowie an der A 10 Tauernautobahn. Dort ist im Rahmen eines geplanten Multifunktionalen Transitmanagements vorgesehen, die bisherige IG-L-Anlage zu einer vollwertigen Verkehrsbeeinflussungsanlage auszubauen sowie Anzeigen und Sensorik zu verdichten.