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Privatisierungsdebatte

Gemeindebauten verkaufen? Geheimaufnahme bringt Bezirksvorsteher in Not

Gemeindebauten verkaufen? Geheimaufnahme bringt Bezirksvorsteher in Not
(FOTO: Wikimedia/Herzi, iStock/Christian Horz)
2 Min. Lesezeit |

Ein heimlich aufgenommenes Gespräch bringt einen SPÖ-Bezirkschef in Bedrängnis – und trifft die Partei an ihrer empfindlichsten Stelle.

Der soziale Wohnbau gilt in der SPÖ Wien als identitätsstiftendes Fundament – ein Markenzeichen, auf das die Partei mit stiller, aber beharrlicher Überzeugung pocht. Internationale Medien, darunter die New York Times, greifen das Wiener Modell regelmäßig als Positivbeispiel auf. Umso größer ist die Unruhe, die derzeit innerhalb der Partei kursiert: Ernst Nevrivy, Bezirksvorsteher von Wien-Donaustadt, ist in einem heimlich aufgenommenen Gespräch mit kritischen Aussagen über die Wiener Gemeindebauten zu hören.

Inhalt 1:

Er denkt darin laut über mögliche Privatisierungen nach und bezeichnet die Ankündigung aus dem Jahr 2015, neue Gemeindebauten zu errichten, als „völligen Schwachsinn“.

Klare Ansage

Die Parteiführung reagierte auf den Vorfall mit deutlichen Signalen – wenn auch ohne Nevrivy namentlich zu adressieren. Bürgermeister Michael Ludwig sowie weitere führende Parteifunktionäre betonten in den vergangenen Tagen öffentlich ihren Rückhalt für den sozialen Wohnbau und schlossen Privatisierungen kategorisch aus. Landesparteisekretär Jörg Neumayer stellte nach Bekanntwerden der Aussagen ausdrücklich klar, dass der Gemeindebau im Eigentum der Stadt Wien bleibt und eine Teilveräußerung oder Privatisierung von Gemeindewohnungen nicht geplant ist.

Inhalt 2:

Auf Social Media war die Stimmung weniger zurückhaltend: Die Sozialistische Jugend forderte auf Instagram unmissverständlich den Rücktritt Nevrivys – solche Äußerungen hätten im Roten Wien schlicht keinen Platz.

Nevrivy selbst ruderte in der Folge zurück und bekannte sich klar zum sozialen Wohnbau in Wien. Auch aus anderen Bezirken kamen deutliche Signale der Solidarität mit dem Gemeindebau-Modell. Wien-Favoriten, der Bezirk mit dem größten Gemeindebaubestand in Wien, bekräftigte, diesen Weg konsequent weiterzugehen.

Inhalt 3:

Wien-Floridsdorfs Bezirksvorsteher Georg Papai stellte auf Facebook klar, dass Gemeindewohnungen unter sozialdemokratischer Führung in Wien weder verkauft noch privatisiert werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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