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Schulreform

Zwei Jahre längere Volksschule: 40 Standorte haben Interesse

Zwei Jahre längere Volksschule: 40 Standorte haben Interesse
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2 Min. Lesezeit |

Österreichs Volksschule könnte bald zwei Jahre länger dauern – und der Zuspruch aus den Schulen überrascht selbst die Verantwortlichen.

Mehr als 40 österreichische Schulen haben Interesse am geplanten Schulversuch zur sechsjährigen Volksschule bekundet. „Dass sich mehr als 40 Schulen aus ganz Österreich für den Schulversuch interessieren, ist ein starkes Signal“, erklärte Bildungsminister Christoph Wiederkehr. Der Start des Vorhabens ist für das Schuljahr 2027/28 oder 2028/29 vorgesehen.

In einer ersten Phase sollen fünf Volksschulen gemeinsam mit Kooperationsschulen in drei Bundesländern gewonnen werden. Ziel des Modells ist es, Kindern zwei zusätzliche Schuljahre zu geben, in denen sie ihre Grundkompetenzen vertiefen und festigen können. „Wir wollen Kindern mehr Zeit geben, ihre Stärken zu entdecken, ihre Grundkompetenzen zu festigen und ihren Bildungsweg selbstbewusst zu gestalten“, so Wiederkehr.

Der Schulversuch ist in drei Grundstufen gegliedert: Die 1. bis 4. Schulstufe folgt dem bisherigen Volksschullehrplan, für die 5. und 6. Schulstufe gelten die Lehrpläne der Sekundarstufe I. In diesen beiden zusätzlichen Jahren wird außerdem Persönlichkeitsbildung als eigener Pflichtgegenstand mit einer Wochenstunde je Schulstufe unterrichtet.

Klare Voraussetzungen

Die Teilnahme an dem Schulversuch ist an eine klare Voraussetzung geknüpft: Mindestens zwei Drittel der Erziehungsberechtigten sowie der Lehrpersonen an einem Standort müssen ihr Einverständnis geben. Um diese Entscheidung auf einer soliden Grundlage zu ermöglichen, sind Informationsveranstaltungen vor Ort geplant, bei denen offene Fragen beantwortet werden sollen.

Das Bildungsministerium setzt dabei auf eine enge Einbindung der Schulen in die Ausgestaltung des Versuchs. Direktorinnen und Direktoren sollen ihre praktischen Erfahrungen aktiv in die Planung einbringen können. „Ein Schulversuch wie dieser kann nur gelingen, wenn er von den Menschen getragen wird, die ihn vor Ort umsetzen“, betonte Wiederkehr.

Spätere Schulwahl

Mit der Einführung der sechsjährigen Volksschule würde sich auch der Zeitpunkt verschieben, an dem Schülerinnen und Schüler zwischen einer Allgemeinbildenden Höheren Schule und einer Mittelschule wählen müssen – von bisher zehn auf künftig zwölf Jahre. Damit soll den Kindern mehr Raum gegeben werden, ihre individuellen Stärken zu erkennen und eine bewusstere Entscheidung über ihren weiteren Bildungsweg zu treffen.

Volksschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufen sollen dabei durch eine engere Zusammenarbeit einen möglichst sanften Übergang in die Sekundarstufe I gewährleisten.

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KO KOSMO-Redaktion
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