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Autodiebstahl

Lugner-Ferrari weg: „Mario“ soll schuld sein

Lugner-Ferrari weg: „Mario“ soll schuld sein
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Ferrari mit prominenter Vergangenheit verschwindet aus einer Tiefgarage. Vor Gericht liefert der Angeklagte eine Version, die Fragen offenlässt.

Im April 2025 verschwand ein Ferrari 348 TB aus einer Tiefgarage in Wiener Neudorf. Das Landesgericht Wiener Neustadt verurteilte nun einen 30-jährigen Slowaken zu zweieinhalb Jahren Haft, sein Vater wurde freigesprochen. Rechtskräftig sind die Urteile nicht.

Der Sportwagen gehörte Roman G. aus Wiener Neudorf und stand in einer Tiefgarage im Bezirk Mödling. Obwohl die Polizei intensiv ermittelte und mehrfach Zeugen aufrief, fehlt vom Fahrzeug bis heute jede Spur.

Mutmaßlich wollten die Täter auch zwei weitere Ferraris aus derselben Garage entwenden, die Mitgliedern eines Sportwagenclubs gehören. Die Wagen ließen sich jedoch nicht starten. Zudem wurden in Schwechat zwei Motorräder gestohlen.

Der gestohlene Ferrari 348 TB war über zwei Jahrzehnte im Besitz des 2024 verstorbenen Baumeisters und Unternehmers Richard Lugner. Zugelassen war er auf dessen Ex-Frau Christine. Der Kilometerstand soll unter 60.000 gelegen haben.

Auf dem Handy des 30-Jährigen stießen Ermittler auf Fotos des Ferrari, die schon rund ein Jahr vor der Tat aufgenommen worden sein sollen. Das spricht für eine längerfristige Planung.

Der Prozess

Vor dem Landesgericht Wiener Neustadt mussten sich der 30-Jährige, sein 54-jähriger Vater und ein dritter mutmaßlicher Mittäter wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls verantworten. Der dritte Angeklagte blieb der Verhandlung fern. Der Vater wies jede Beteiligung von sich.

Der vierfach vorbestrafte 30-Jährige gab an, den Ferrari gemeinsam mit einem unbekannten Rumänen namens „Mario“ gestohlen zu haben. Seine Schilderung lautete: „Jener ‚Mario‘ habe den Diebstahl ‚im Wesentlichen alleine begangen‘. ‚Selbst sei er nur Schmiere gestanden‘ und habe schließlich 5.000 Euro dafür erhalten, den Ferrari in die Slowakei zu fahren.“

In der Slowakei habe „Mario“ den Sportwagen dann verkauft. Die vorsitzende Richterin fragte nach: „Wie viel haben Sie für das Auto bekommen?“

Der Angeklagte antwortete: „Das weiß ich nicht.“ Mit deutlichen Worten wies die Richterin diese Version zurück: „Und Sie erwarten, dass wir das glauben? Dass Sie einen Ferrari stehlen, 5.000 Euro dafür bekommen und Ihrem Komplizen dann sagen: Da hast du ihn, verkauf ihn.“

Auf dem Grundstück des Vaters in der Slowakei wurden ein gestohlenes Motorrad, ein BMW-Diagnosegerät und eine Gravurmaschine sichergestellt, mit der sich Fahrgestellnummern manipulieren lassen. Der Sohn sagte dazu: „Er wusste davon nichts, geht auch nie in diese Werkstatt.“

Das Urteil

Das Gericht verhängte über den 30-Jährigen zweieinhalb Jahre Haft, den Vater sprach es frei. Beide Urteile ergingen in erster Instanz und sind nicht rechtskräftig. Der mutmaßliche dritte Komplize soll sich in einem eigenen Verfahren verantworten.

Mehr als zwanzig Jahre lang gehörte der Ferrari 348 TB Richard Lugner, zugelassen war er auf Christine.

Die Laufleistung des Sportwagens soll unter 60.000 Kilometern liegen.

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KO KOSMO-Redaktion
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