Einer der Festgenommenen ist 13, die Tatorte lagen in neun Bezirken. In Döbling schnappt die Polizei zu, doch die Spur reicht weiter.
Die Wiener Polizei hat zwei Gruppen von Jugendlichen gestoppt, die für eine Serie von Geschäftseinbrüchen verantwortlich sein sollen. Sechs Verdächtigen wird von September bis Mitte Oktober 2026 zumindest 46 Einbrüche zur Last gelegt. In einem davon unabhängigen Fall wurden drei weitere Verdächtige, die noch nicht strafmündig sind, ausgeforscht und angezeigt.
Am 18. Oktober nahmen Ermittler des Landeskriminalamts Wien, Außenstelle West, in Wien-Döbling vier Verdächtige fest. Im Zuge der weiteren Erhebungen gerieten zwei zusätzliche Personen ins Visier der Polizei. Den sechs Beschuldigten werden bisher mindestens 46 Taten in mehreren Wiener Bezirken zugerechnet.
Auf frischer Tat
Die vier Verdächtigen wurden von den Beamten auf frischer Tat ertappt, nachdem es zu fünf Einbrüchen in einen Fußpflege- und Barbershop in der Heiligenstädter Straße und der Cobenzlgasse gekommen war. Bei den Festgenommenen handelt es sich um drei 15-jährige syrische Staatsbürger und einen 13-jährigen Österreicher. Sie legten zum größten Teil Geständnisse ab.
Die weiteren Ermittlungen führten zu zwei 16-Jährigen aus Syrien und der Slowakei, die ebenfalls beschuldigt werden. Der Sechsergruppe konnten bislang mindestens 46 Einbrüche nachgewiesen werden. Schauplätze waren Wien-Innere Stadt, Wien-Leopoldstadt, Wien-Landstraße, Wien-Margareten, Wien-Neubau, Wien-Penzing, Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus, Wien-Ottakring und Wien-Döbling.
Unabhängiger Fall
Mit dieser Serie nicht in Zusammenhang stehen drei weitere Verdächtige, die ebenfalls strafunmündig sind. Sie wurden in der Nacht auf Samstag nach einem versuchten Einbruch in der Reindorfgasse in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ausgeforscht. Die Ermittler ordneten ihnen zusätzliche Taten zu, und zwar in einer Bäckerei in Wien-Innere Stadt, bei einem Fliesenleger in Wien-Margareten, in einem Asialokal in Wien-Wieden sowie in einem weiteren Lokal in Wien-Mariahilf.
Die Verdächtigen sind syrische Staatsbürger, in einem Fall blieb die Herkunft unbekannt. Alle drei wurden angezeigt, die Ermittlungen laufen weiter. Außerdem wird überprüft, ob die zuerst genannte Gruppe auch mit einer Einbruchsserie im Nordbahnviertel in Verbindung steht.
Die Polizei stellte klar, dass die Jugendkriminalität kein flächendeckendes Problem einer bestimmten Altersgruppe sei. Für einen wesentlichen Teil der Delikte sei vielmehr eine kleine Gruppe von Kindern und Jugendlichen verantwortlich. Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, Deliktserien früh zu erkennen, Verbindungen zwischen einzelnen Taten herzustellen und weitere Tatverdächtige auszuforschen.
Zum Maßnahmenpaket zählen Anzeigen und kriminalpolizeiliche Ermittlungen, Normverdeutlichungsgespräche, eine koordinierte Intervention bei Intensivtätern, erkennungsdienstliche Behandlungen sowie die Zusammenarbeit mit Schulen, der Sozialarbeit und der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. „Wir gehen gegen Jugendkriminalität rigoros und konsequent vor. Der Schutz der Bevölkerung und ihres Eigentums hat für uns oberste Priorität“, sagte Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan, der die Einsatzgruppe Jugendkriminalität leitet.