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Preisschock

Skifahren wird zum Luxus: Einheimische weichen, zahlungskräftige Gäste rücken nach

Skifahren wird zum Luxus: Einheimische weichen, zahlungskräftige Gäste rücken nach
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Der Lift läuft, die Gäste wechseln. Auf Österreichs Pisten steht zunehmend ein anderes Publikum, und der Preis entscheidet, wer bleibt.

Ein Skitag in Österreich kostet mehr, und mit den Preisen verändert sich auch, wer auf den Pisten steht. Große Destinationen ziehen Nutzen aus der Nachfrage aus dem Ausland, kleinere und günstigere Skigebiete geraten hingegen ins Hintertreffen. Fachleute rechnen damit, dass die Ticketpreise weiter anziehen.

Im Lauf der vergangenen zehn Jahre haben sich Skitageskarten in Österreich um rund 44 Prozent stärker verteuert als der Verbraucherpreisindex. Einen generellen Nachfragerückgang erwarten Experten dennoch nicht. Stattdessen verschiebt sich das Publikum hin zu zahlungskräftigen Gästen aus dem Ausland.

Der Skitourismusexperte Günther Aigner beschreibt einen Austausch des Publikums, der dem am Münchner Oktoberfest ähnelt. Einheimische, die sich die hohen Preise nicht mehr leisten können oder wollen, werden teilweise durch internationale Gäste ersetzt.

Seine Einschätzung fällt ausgesprochen kritisch aus. „Der Markt belohnt Qualitätsführerschaft und bestraft die kleinen Skigebiete.„

Gespaltener Markt

Vor allem große Premium-Skigebiete sprechen ein internationales Publikum an. Für viele Besucher aus dem Ausland sind selbst Tageskarten, die mehr als 80 Euro kosten, vergleichsweise günstig. Als Beispiel führt Aigner die USA an.

Im Skiort Vail kostet ein reguläres Tagesticket in der Hauptsaison 374 Dollar, umgerechnet sind das rund 333 Euro. Kleinere und mittelgroße Skigebiete können von dieser Nachfrage kaum profitieren. Häufig fehlt ihnen das Geld für moderne Liftanlagen, für Beschneiung und für die Qualität der Pisten.

Aigner geht davon aus, dass die Zahl der einheimischen Skifahrer in den nächsten fünf bis zehn Jahren voraussichtlich stagniert. Dadurch könnte günstigeren Angeboten die Nachfrage wegbrechen. Aigner fasst das Problem so zusammen: „Weil wir nicht mehr hinfahren“.

Steigende Kosten

Hohe Energie- und Investitionskosten sowie der Klimawandel machen zusätzliche Beschneiung nötig. Der Tourismusforscher Robert Steiger von der Universität Innsbruck sieht die Skipreise schon jetzt deutlich von der allgemeinen Inflation abgekoppelt und hält weitere Erhöhungen für wahrscheinlich. Dazu kommt Dynamic Pricing, das den Markt zusätzlich verändert.

Dabei werden die Ticketpreise laufend an Nachfrage, Buchungszeitpunkt und Wetter angepasst. Wer früh bucht, kann sparen, die Betreiber sollen damit im Schnitt aber höhere Einnahmen erzielen.

Für den heimischen Skitourismus zeichnet sich ab, dass große, international bekannte Destinationen ihre Stellung ausbauen, während kleineren Gebieten in den kommenden Jahren das Aus drohen könnte.

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KO KOSMO-Redaktion
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