Über 9.000 Schlangen, antike Ruinen und jahrzehntelange Sperrung – diese Balkaninsel ist kein Ort für gewöhnliche Urlauber.
Wer den Sommer mit überfüllten Stränden und Hotelpools verbringt, hat Golem Grad noch nicht gesehen. Die kleine Insel im Prespasee, eingebettet ins Dreiländereck von Nordmazedonien, Griechenland und Albanien, gehört zu jenen Orten, die man nicht so schnell vergisst – vorausgesetzt, man traut sich überhaupt hin. Denn Golem Grad ist keine Insel der Liegestühle und Sonnenschirme. Sie ist still, wild und von einer Landschaft geprägt, die eher an eine Filmkulisse erinnert als an ein reales Reiseziel.
Schlangeninsel Golem Grad
Den Spitznamen „Schlangeninsel“ trägt Golem Grad nicht ohne Grund. „Auf der Insel leben etwa 7.000 Würfelnattern und mehr als 2.000 Hornvipern – das sind über 100 Schlangen pro Hektar“, berichtet der Reiseschriftsteller und YouTuber Robert Dacesin, der die Insel selbst besucht hat. Doch nicht nur Schlangen haben hier ihr Zuhause gefunden: Sumpfschildkröten, eine Vielzahl an Vogelarten und seltene Pflanzen, die nur unter den ganz spezifischen Bedingungen dieses Gebiets gedeihen, machen Golem Grad zu einem der artenreichsten Flecken der gesamten Region.
Zur Natur gesellt sich Geschichte. Überreste antiker Bauten und eine alte Kirche, die heute unter staatlichem Schutz steht, zeugen davon, dass diese Insel schon in der Antike besiedelt war. Lange war sie für Besucher vollständig gesperrt – erst seit 2008 ist Golem Grad zugänglich, seither als offiziell geschütztes Naturreservat.
Anreise & Tipps
Wer die Insel erkunden möchte, reist mit dem Boot vom nahe gelegenen Dorf Konjsko im nordmazedonischen Teil des Prespa-Nationalparks an. Angesichts des unwegsamen Geländes und der beachtlichen Zahl an Wildtieren empfiehlt sich die Begleitung durch einen ortskundigen Führer.
Für alle, die dem Massentourismus entfliehen und stattdessen unberührte Natur, Stille und ein echtes Abenteuer suchen, ist Golem Grad schlicht eine der letzten wirklich wilden Adressen am Balkan.