Bekommt Österreich demnächst Sonntagsöffnungszeiten?

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Bekommt Österreich demnächst Sonntagsöffnungszeiten?

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Symbolbild (FOTO: iStockphoto)

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Die Diskussionen rund um die Sonntagsöffnungszeiten im Handel gehen in die nächste Runde. Der Handelsverband und der Verband der Shopping-Center wollen eine liberale Sonntagsöffnung, die Gewerkschaft lehnt das klar ab.

Der Handelsverband wendet sich beim Wunsch vor allem gegen den „Bürokratieschungel“ mit rund 60 Ausnahmeregeln zur Sonntagsarbeit. Die Fachvereinigung für Einkaufszentren ACSC hofft auf mehr Ausgaben von Touristen und eine Aufwertung gegenüber dem Onlinehandeln, berichtet die APA.

Auf Bundes- und Länderebene gibt es mehr als 60 Ausnahmeregelungen bei der Sonntagsöffnung. In Oberösterreich dürfen an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 12 Uhr Waren des täglichen Bedarfes verkauft werden, aber nur in Gemeinden mit weniger als 3.500 Einwohnern. In Kurorten sowie Fremdenverkehrsgebieten ist es auch genehmigt. Reise- und Ausflugsbedarfartikel sowie Firmungsgeschenke dürfen verkauft werden. Das gilt allerdings nicht für Linz, Steyr und Wels.

Wien erlaubt keine Sonntagseröffnung, auch wenn es die Gemeinde mit den meisten Gästen ist. Man wolle keine generelle, flächendeckende Sonntagsöffnung, aber man wolle die Ausweichung der Besucher nach Bratislava oder Kleinhaugsdorf, um am Sonntag einkaufen zu gehen, verhindern. Laut dem ACS arbeiten in Österreich regelmäßig 450.000 Menschen sonntags. Deshalb fragt man sich, „warum dürfen das keine Beschäftigten im Handel sein? Was unterscheidet eine Kellnerin von einer Verkäuferin?“, so die rhetorische Frage. Durch die begrenzte Zahl von Sonntagsöffnungen könne man mehr Fairness, mehr Arbeitsplätze, mehr Wertschöpfung und eine Attraktivierung der Stadt- und Ortskerne erreichen.

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„Sechs Tage in der Woche ist das Einkaufen möglich. Die Beschäftigten haben sich einen fixen freien Tag in der Woche verdient“, sagte Barbara Teiber, Vorsitzender der Gewerkschaft GPA-djp. Die Vorsitzender sei auch „gesprächsbereit“, wenn es um die Vereinfachung von Regelungen geht: „Wenn es aber um die Ausweitung der Sonntagsöffnung in Österreich geht, sagen wir ganz klar Nein. Die Handelsangestellten wollen das nicht. Der freie Sonntag steht ihnen zu.“

Der Fachverband Handel in der Wirtschaftskammer ist gegen eine Liberalisierung der Sonntagsöffnungszeiten: „Die Freigabe der Sonntagsöffnung ist nicht in unserem Sinne und nicht im Sinne der Unternehmen.“ Laut dem Branchenobmann Peter Buchmüller sind 90 Prozent der Unternehmen gegen die allgemeine Ausweitung der Öffnungszeiten. Der einzige Wunsch wäre eine Tourismusregelung in Wien. Laut ihm seien die Shopping-Center „eine Minderheitsveranstaltung“, die sich zusätzliche Umsätze erhoffe.

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