Montenegro hat den Sommer zur Bewährungsprobe gemacht – mit Kontrollen, Strafen und Beschlagnahmungen in bisher ungekanntem Ausmaß.
Montenegros Behörden haben in der abgelaufenen Sommersaison deutlich härter durchgegriffen als in den Jahren zuvor: Zwischen dem 2. Juli und dem 9. September wurden landesweit rund 15.000 Kontrollen durchgeführt – das sind knapp 5.000 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis: Geldstrafen in Gesamthöhe von 7,92 Millionen Euro, doppelt so viel wie zuletzt, sowie die Schließung von 253 Betrieben.
Der zuständige Minister Milutin Butorovic präsentierte die Bilanz der Saison und verwies auf den deutlich ausgeweiteten Kontrolldruck als zentralen Faktor für die gestiegenen Einnahmen aus Bußgeldern. Zusätzlich wurden 34 Anträge auf Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren gestellt.
Kampf gegen Fälschungen
Besonders ins Gewicht fiel der Kampf gegen den Schmuggel gefälschter Markenwaren. Mijomir Tapuskovic, Vorsitzender der Arbeitsgruppe für die Sommertourismussaison, zog eine positive Zwischenbilanz: „Im Bereich Handel und Verbraucherschutz wurden bedeutende Ergebnisse bei der Bekämpfung des Schmuggels geschützter Waren erzielt.“
Insgesamt wurden Waren im Wert von rund zwei Millionen Euro beschlagnahmt.
Exemplarisch für die verschärfte Gangart war die Situation in der Küstenstadt Kotor, wo Inspektoren einen organisierten Vertrieb von Fälschungen aufdeckten: Händler hatten ihre Ware kurzerhand in Lagerhäuser verlagert, um den Kontrollen zu entgehen – ein Versuch, der letztlich scheiterte.
Eingriffe auf dem Wasser
Auch auf dem Wasser wurde konsequenter eingegriffen. Andrej Vucekovic, Berater des Koordinierungsgremiums, hob die Beschlagnahmung von mehr als 20 Jetskis hervor und betonte den Kurswechsel gegenüber früheren Saisonen: „In den Vorjahren hatten wir keine einzige Beschlagnahmung dieser Fahrzeuge, heuer waren es über 20.“
Die Maßnahmen zielten demnach vor allem auf gefährliche Aktivitäten im Küstenbereich ab, die in der Vergangenheit kaum geahndet worden waren.