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Bewerbungsfrust

Bewerbungs-Schock: Wieso 84 Prozent keine Rückmeldung erhalten

Frau verzweifelt am Laptop
(Symbolbild FOTO: iStock)

Bewerbung abgeschickt und dann Funkstille: Für 84 Prozent der Jobsuchenden ist dieses “Ghosting” durch Unternehmen keine Ausnahme, sondern bittere Realität.

Das Szenario ist vielen bekannt: Man entdeckt ein interessantes Stellenangebot, bereitet sorgfältig alle Unterlagen vor, schickt die Bewerbung ab – und wartet dann vergeblich auf eine Reaktion.

Eine aktuelle Umfrage von karriere.at zeigt, dass 84 Prozent der Jobsuchenden bereits mindestens einmal keine Antwort auf ihre Bewerbung erhalten haben. Dieses als “Ghosting” bezeichnete Phänomen ist für viele Bewerber keine Seltenheit – 77 Prozent haben diese Erfahrung sogar mehrfach gemacht, wie die Befragung unter 1.077 Nutzern ergab. Die Folgen sind vor allem ein Imageschaden für die Unternehmen: 42 Prozent der Betroffenen empfinden dieses Verhalten als unprofessionell und verlieren das Interesse an der ausgeschriebenen Stelle. Bei 13 Prozent führt die ausbleibende Rückmeldung sogar zu Selbstzweifeln.

Georg Konjovic, CEO von karriere.at, erklärt das Phänomen: “Leider kommt es vor, dass Unternehmen sich gar nicht auf Bewerbungen melden. Das kann mehrere Gründe haben, etwa ein Mangel an internen Prozessen zum professionellen Bewerbermanagement. Ich empfehle Jobsuchenden dranzubleiben und das Ausbleiben einer Rückmeldung nicht persönlich zu nehmen. Häufen sich die Absagen, kann es sinnvoll sein, die eigenen Bewerbungsunterlagen einem Qualitäts-Check zu unterziehen.”

Unternehmen unter Druck

Auf Unternehmensseite ist das Problem durchaus bekannt. Eine Befragung unter 264 Personalverantwortlichen ergab, dass bei 40 Prozent der Firmen Bewerber*innen schon einmal keine Rückmeldung erhalten haben. Als Hauptgrund nennen 38 Prozent der HR-Fachleute fehlende Zeit und Ressourcen, um alle Bewerbungen zu beantworten. Dennoch sind sich die Unternehmensvertreter der Bedeutung einer Rückmeldung bewusst – nur zwei Prozent halten diese für unwichtig für das Arbeitgeberimage.

Lösungsansätze

“Wir empfehlen Unternehmen, mithilfe automatisierter Eingangsbestätigungen und Status-Updates Zeit zu überbrücken, solange noch keine Entscheidung getroffen wurde, ob jemand eingeladen bzw. die Position angeboten wird oder nicht. Jede Information ist für Bewerber*innen hilfreicher als keine Information”, betont Konjovic.