Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Auszucker

DAS ist das Top-Schimpfwort im Straßenverkehr!

DAS ist das Top-Schimpfwort im Straßenverkehr!
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Österreichs Straßen werden zum Pulverfass: Sieben von zehn Verkehrsteilnehmern spüren wachsende Spannungen, während „Trottel“ zum beliebtesten Schimpfwort avanciert.

Auf Österreichs Straßen wird die Luft zunehmend dicker. Sieben von zehn Befragten einer aktuellen Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) bestätigen, dass die Spannungen im Straßenverkehr in den letzten Jahren merklich zugenommen haben. Als Hauptauslöser für die wachsende Gereiztheit gelten vor allem Stress und mangelnde Aufmerksamkeit.

Die verbale Entgleisung hat dabei einen klaren Favoriten: Das Schimpfwort „Trottel“ und seine Steigerungsform „Volltrottel“ führen die Hitliste der Kraftausdrücke an, die hinter dem Steuer fallen. Dicht gefolgt von „Arsch“, „Vollidiot“ und „Depp“. Das KFV warnt jedoch eindringlich vor solchen verbalen Ausrutschern: Wer andere Verkehrsteilnehmer öffentlich und vor Zeugen beleidigt, riskiert rechtliche Konsequenzen. In Österreich können Beleidigungen im öffentlichen Verkehrswesen als üble Nachrede nach § 111 des Strafgesetzbuches geahndet werden. Bei entsprechendem Vorsatz drohen Geldstrafen bis zu 360 Tagessätzen oder sogar Freiheitsstrafen bis zu sechs Monaten.

Fast jeder fünfte Verkehrsteilnehmer greift zu derartigen Beschimpfungen – ein Phänomen mit vielfältigen Ursachen. In der umfangreichen Befragung mit 2.260 Teilnehmern gaben über zwei Drittel an, dass die Anspannung im Straßenverkehr während der letzten fünf Jahre spürbar gestiegen sei.

⇢ Schneller, teurer & moderner: Hankes Bahn-Masterplan enthüllt

Konfliktpotenzial im Verkehr

Besonders häufig entladen sich die Konflikte zwischen Auto- und Radfahrern (68 Prozent), gefolgt von Auseinandersetzungen zwischen Autofahrern untereinander (55 Prozent) und Konflikten zwischen Autofahrern und E-Scooter-Nutzern (44 Prozent). Die größten Ärgernisse sind Geschwindigkeitsüberschreitungen (66 Prozent), das Unterlassen des Blinkens (62 Prozent) und das Einfahren in Kreuzungen bei Gelbphase (59 Prozent).

Bei Radfahrern sorgt besonders das Fahren auf Gehwegen sowie das Durchschlängeln zwischen Autos (jeweils 52 Prozent) für Unmut. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der österreichweiten Unfallstatistik: Während die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle 2023 bei rund 36.000 lag, stiegen die Konflikte zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmergruppen überproportional an.

Veränderte Verkehrslage

Die markanteste Veränderung im österreichischen Straßenbild der vergangenen fünf Jahre ist laut 92 Prozent der Befragten die Zunahme unterschiedlicher Fahrradtypen. Klaus Robatsch vom KFV weist darauf hin, dass für E-Scooter, E-Bikes und Lastenfahrräder dieselben Vorschriften gelten wie für herkömmliche Fahrräder. Diese rechtliche Gleichstellung führt jedoch zu praktischen Problemen: E-Bikes erreichen Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h, während herkömmliche Fahrräder meist unter 25 km/h bleiben.

Die Unfallstatistik zeigt die Brisanz der Situation: 2024 wurden etwa 45.000 Personen bei Unfällen mit Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern verletzt. Das entspricht einem Anstieg von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Verkehrsministerin Leonore Gewessler hatte zu Jahresbeginn das ambitionierte Ziel ausgegeben, die Verkehrssicherheit durch verstärkte Kontrollen und Präventionsmaßnahmen zu erhöhen.

Die Zahl der Verkehrstoten könnte mit prognostizierten 369 Opfern die angestrebte Höchstgrenze von 310 Todesfällen bis Jahresende deutlich überschreiten. Diese Zielmarke von maximal 310 Verkehrstoten jährlich ist Teil des nationalen Verkehrssicherheitsprogramms 2021-2030 und orientiert sich an EU-weiten Standards zur Reduktion von Verkehrsopfern.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen