Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tradition

Serbiens Traditionsbrot gehört zu den Top 10 in Europa

Serbiens Traditionsbrot gehört zu den Top 10 in Europa
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Vom Schlachtfeld bis zur Spitzenküche: Serbisches Fladenbrot erobert Europa und schreibt Geschichte – eine kulinarische Tradition mit tiefem kulturellen Erbe.

Das serbische Fladenbrot hat es neben dem berühmten französischen Baguette und der legendären italienischen Focaccia unter die zehn besten Brote Europas geschafft. „Alle Zutaten für das Fladenbrot harmonieren perfekt und ergeben eine ideale Textur, was es so besonders macht. Deshalb können wir nicht gleichgültig bleiben, wenn wir an einer Bäckerei vorbeigehen und seinen Duft wahrnehmen“, betont die Ernährungswissenschafterin Milka Raicevic.

Sie fügt hinzu, dass ihrer Meinung nach die Qualität des Weizenkorns und die Liebe bei der Herstellung dem Brot seine Einzigartigkeit verleihen. „Diese Anerkennung für unser Fladenbrot, die es absolut verdient, ist eine Geschichte über Tradition“, sagt Raicevic. „Das Fladenbrot ist ein gesundes Produkt, besonders in der Vollkornvariante“, ergänzt die Expertin, „denn darin erhalten wir alles, was das Korn enthält, alles, was wir brauchen und was uns Energie für den Tag geben soll.“

Serbische Brottradition

Das Fladenbrot wird üblicherweise mit Beilagen serviert, wodurch es eine vollständige Mahlzeit darstellt. „Es gibt diese berühmte ‚Moca‘, die wir Ernährungswissenschafter nicht unbedingt empfehlen, aber selbst in dieser Kombination haben Sie eine komplette Mahlzeit mit Eiweiß, Stärke und Kohlenhydraten. Der größte Fehler ist jedoch, wenn dies Ihre tägliche Mahlzeit wird. Denn so wie wir alle sieben Lebensmittelgruppen zu uns nehmen sollten, müssen wir auch bei den Brotsorten abwechseln“, warnt die Ernährungswissenschafterin.

„Brot hat uns durch die Tradition erhalten, und Brot hat uns erhalten, weil wir unser Getreide bewahrt haben. Deshalb betonen wir Ernährungswissenschafter stets, dass Sie darauf achten sollten, Lebensmittel aus unserer Region zu essen. Dafür sind unsere Enzyme ausgelegt“, unterstreicht Raicevic.

Im Museum Ponisavlje in Pirot wird seit Jahrzehnten mit besonderer Sorgfalt eine Rarität aufbewahrt, die in Serbien und ganz Europa ihresgleichen sucht: Tain (Soldatenbrot), ein Soldatenbrot, das im fernen Jahr 1912 geknetet wurde und das mehrere Jahre lang seinen Besitzer durch die Kriegswirren begleitete. Der Name „Tain“ stammt aus dem Türkischen und bedeutet Ration.

Jedem serbischen Soldaten während der Befreiungskriege von 1912 bis 1918 stand täglich ein 800-Gramm-Laib Brot zu. Wie sehr dieses Brot für den serbischen Soldaten ein Heiligtum war, zeigt auch die Tatsache, dass zur Pflichtausrüstung eine spezielle Brottasche gehörte. Wer Tain besaß, musste nicht hungern, denn dieses Soldatenbrot wird aus einer Mischung von Roggen- und Weißmehl im Verhältnis 70 zu 30 Prozent hergestellt.

Es enthält keine Zusatz- oder Konservierungsstoffe, sondern natürlichen Sauerteig, der ihm Frische verleiht und den wichtigsten Bestandteil dieses Brotes darstellt. Beim Backen wird eine möglichst starke Kruste angestrebt, sodass Tain bis zu zehn Tage seine Frische bewahren kann. Mit seinem außergewöhnlichen Nährwert konnte Tain dem serbischen Soldaten ausreichend Energie liefern, um alle Strapazen zu überstehen.

Ob wegen der Nahrhaftigkeit oder des Glaubens an die magische Kraft des Brotes – die Mutter des Pirot-Einwohners Aleksa Zdravkovic verpflichtete ihren Sohn vor seinem Aufbruch in den Ersten Balkankrieg, seine erste Brotration nicht zu verzehren, sondern aufzubewahren.

Er hielt sich daran und kehrte nach sechs Jahren lebendig und gesund nach Pirot zurück.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen