Spucken, Braten und Haarschnitte: In Banja Luka drohen Künstlern mit umstrittenen Bühnenshows nun Strafen bis zu 50.000 Euro – der Bürgermeister greift durch.
Der Bürgermeister von Banja Luka, Drasko Stanivukovic, verschärft sein Vorgehen gegen den Künstler Dragomir Despic, in der Musikszene als Desingerica bekannt. Nachdem er bereits vor einigen Jahren ein Auftrittsverbot für den Künstler in seiner Stadt erlassen hatte, kündigte Stanivukovic nun empfindliche finanzielle Konsequenzen für Zuwiderhandlungen an. „Es wird ausnahmslos Strafen geben“, stellte er unmissverständlich klar.
Auf seinem Instagram-Profil teilte der Bürgermeister ein Video mit Ausschnitten aus Desingericas Auftritten, die er als inakzeptabel einstuft. Die Aufnahmen zeigen den Künstler dabei, wie er Besucherinnen in den Mund spuckt, über den Köpfen des Publikums Braten verzehrt und einem Konzertbesucher die Haare schneidet. „Deshalb können solche Leute bei uns in Banja Luka nicht auftreten“, erklärte Stanivukovic.
Drakonische Geldstrafen
Die neue Verordnung sieht Geldstrafen zwischen 50.000 und 100.000 Konvertiblen Mark vor – umgerechnet 25.000 bis 50.000 Euro. Diese sollen sowohl für Veranstalter als auch für die Künstler selbst gelten.
Desingerica hatte sich bereits zu den Vorwürfen geäußert, er übe einen negativen Einfluss auf Jugendliche aus. Der Künstler wies die Kritik zurück und betonte, seine Musik richte sich an ein erwachsenes Publikum. „Ich verstehe nicht, warum ich einen schlechten Einfluss auf Kinder haben soll. Weil ich Geld verdiene? Weil ich eine Familie gegründet habe? Weil ich ein teures Auto fahre und ein gutes Leben führe?“, fragte er rhetorisch. Er verwies darauf, dass die Erziehung der Kinder in der Verantwortung der Eltern liege und nicht in seiner.
Jugendschutz-Strategie
Stanivukovic präsentiert die Maßnahmen als Teil einer umfassenderen Strategie zum Schutz der Jugend. Zusätzlich plant er, Reality-Shows in der Republika Srpska zu verbieten, Wettbüros aus der Nähe von Schulen zu entfernen und die Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren einzuschränken. „Wir werden kämpfen und beharrlich sein“, bekräftigte der Bürgermeister.
Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang, dass Stanivukovic selbst in einer Villa residiert, die bereits als Kulisse für drei Musikvideos diente und in der regelmäßig Verlobungsfeiern, Abschlussfeste und Geburtstagsfeiern stattfinden.