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Datendiebstahl

Dieses Ladekabel spioniert euer Smartphone aus!

Dieses Ladekabel spioniert euer Smartphone aus!
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Harmlos aussehend, aber hochgefährlich: Manipulierte Ladekabel können unbemerkt Daten stehlen und Schadsoftware installieren – selbst aus 90 Metern Entfernung.

Cybersicherheitsexperte Ryan Montgomery rät dringend davon ab, sich fremde Ladekabel auszuborgen, wenn das eigene gerade nicht verfügbar ist. In einem Gespräch mit der britischen Daily Mail erläuterte er, dass bestimmte manipulierte Kabel unbemerkt Zugriff auf iPhones oder angeschlossene Laptops ermöglichen können. Das Tückische daran: Diese gefährlichen Kabel sind äußerlich von handelsüblichen Ladekabeln nicht zu unterscheiden und laden Geräte einwandfrei auf. Im Inneren verbergen sich jedoch Komponenten, die für kriminelle Aktivitäten missbraucht werden können.

Das sogenannte „O.MG-Kabel“ erschien erstmals 2019 auf dem Markt und kostete damals etwa 180 Dollar. Die Technologie dahinter ist beeindruckend und beunruhigend zugleich: Das Kabel enthält einen integrierten Webserver, USB-Kommunikationsmodule und WLAN-Funktionalität. Es kann Tastatureingaben aufzeichnen, Zugangsdaten abfangen, Schadsoftware installieren und sensible Daten extrahieren. 2023 wurde eine neue Generation dieser Kabel eingeführt, die nun in verschiedenen Varianten erhältlich ist – als USB-A- und USB-C-Kabel sowie als USB-A-zu-C-Adapter und sogar als USB-Datenblocker.

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Fernzugriff möglich

Sobald ein solches Kabel angeschlossen wird, erhält der Angreifer Fernzugriff auf das verbundene Smartphone oder den Laptop. Dieser Vorgang bleibt für das Opfer völlig unbemerkt. Mike Grover, Sicherheitsforscher und Entwickler des O.MG-Kabels, gibt an, dass der Zugriff aus einer Entfernung von bis zu 90 Metern möglich ist. Dafür muss das Kabel lediglich so eingerichtet werden, dass es als Client in einem drahtlosen Netzwerk fungiert.

Dies bedeutet, dass der Datendieb während des Angriffs nicht einmal in unmittelbarer Nähe sein muss – ein Umstand, der potenzielle Opfer in falscher Sicherheit wiegt.

Wachsende Bedrohung

Obwohl diese Kabel ursprünglich für legitime Zwecke entwickelt wurden – Cybersicherheitsexperten nutzen sie, um Schwachstellen in Datensystemen aufzuspüren – und mit gewissen Sicherheitsfunktionen ausgestattet sind, scheinen sie mittlerweile auch in kriminellen Kreisen Verbreitung zu finden. Auch das FBI hat vor dieser Bedrohung gewarnt. Die einfachste Schutzmaßnahme bleibt daher, stets ein eigenes, vertrauenswürdiges Ladekabel mitzuführen.

Realistische Gefährdungslage

Trotz der technischen Möglichkeiten gibt es laut IT-Forensikern und dem FBI bislang keine öffentlich dokumentierten Fälle, in denen Durchschnittsnutzer außerhalb von Testumgebungen tatsächlich Opfer eines solchen Kabelangriffs wurden. Die reale Verbreitung im Alltag gilt daher weiterhin als gering, während die potenzielle Bedrohung durch zunehmende Verfügbarkeit und sinkende Preise wächst. Expertenwarnungen konzentrieren sich dennoch auf die grundsätzliche Gefahr, die von diesen technisch ausgereiften Manipulationsgeräten ausgeht.

Die einfachste Schutzmaßnahme bleibt daher, stets ein eigenes, vertrauenswürdiges Ladekabel mitzuführen.

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KO KOSMO-Redaktion
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