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Pendler-Schock

S-Bahn-Ausbau blockiert – Millionenprojekt liegt auf Eis

S-Bahn-Ausbau blockiert – Millionenprojekt liegt auf Eis
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3 Min. Lesezeit |

Die Verzögerung beim Ausbau der Verbindungsbahn zwischen Wien-Hütteldorf und Wien-Meidling ist nun offiziell. Das Bundesverwaltungsgericht hat die erforderliche Entscheidung nicht rechtzeitig getroffen, wodurch der für Herbst 2025 geplante Baustart nicht eingehalten werden kann.

Für Pendler bedeutet dies einen herben Rückschlag, da die Modernisierung eine deutliche Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs mit sich gebracht hätte. Nach Abschluss der Arbeiten war vorgesehen, dass die S80 zwischen Wien-Hütteldorf und Wien-Aspern Nord im 15-Minuten-Takt verkehrt.

Zudem sollten in Hietzing zwei neue Haltestellen – Wien Hietzinger Hauptstraße und Wien Stranzenbergbrücke – entstehen sowie die bestehende Station Wien Speising modernisiert werden.

Obwohl das Umweltverträglichkeits-Prüfungsverfahren bereits 2022 positiv abgeschlossen wurde, hängt das Rechtsmittelverfahren seit mehr als drei Jahren beim Bundesverwaltungsgericht fest. Entgegen aller Erwartungen und juristischen Einschätzungen – besonders nach den letzten Verhandlungstagen Anfang Juni – wurde die aufschiebende Wirkung der Beschwerden für das Baulos Mitte nicht aufgehoben. Diese Entscheidung wäre notwendig gewesen, um die Bauarbeiten wie geplant im September 2025 beginnen zu können.

Die ÖBB-Infrastruktur AG muss nun sämtliche Vorbereitungen für den Baustart zurückfahren und ein bereits vorbereitetes Ausschreibungspaket im Wert von rund 30 Millionen Euro zurückziehen.

Weitreichende Folgen

Die Auswirkungen dieser Verzögerung gehen weit über die Verbindungsbahn selbst hinaus. Das Projekt hätte wesentliche technische Grundlagen für weitere Infrastrukturvorhaben geschaffen, die nun fehlen. Die ÖBB-Infrastruktur steht daher vor der Aufgabe, den gesamten Projektzeitplan in Abstimmung mit anderen Vorhaben neu zu bewerten. Eine aktualisierte Bauzeitplanung kann allerdings erst nach dem Abschluss des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht erstellt werden.

Eine einfache zeitliche Verschiebung des Projekts ist aufgrund der komplexen Verflechtungen mit anderen Bauvorhaben nicht realisierbar. Je nach genauem Zeitpunkt des Verfahrensabschlusses könnte sich das Projekt im schlimmsten Fall um mehrere Jahre verzögern. Die in Aussicht gestellten Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr könnten damit in weite Ferne rücken.

Nach aktuellen Informationen muss mit einer Verzögerung von mindestens vier Jahren gerechnet werden. Neben dem anhaltenden Gerichtsverfahren spielen offenbar auch Sparmaßnahmen der Regierung eine Rolle bei der Verzögerung des Infrastrukturprojekts.

Dringende Maßnahmen

Trotz der Verzögerung des Gesamtprojekts müssen im Bereich der Verbindungsbahn dringende Maßnahmen durchgeführt werden, die keinen Aufschub dulden. Diese können aufgrund der Verzögerungen im Genehmigungsverfahren nicht mehr mit den ursprünglich geplanten Projektmaßnahmen kombiniert werden. Diese unverzichtbaren Arbeiten beschränken sich auf notwendige Instandhaltungen und Anpassungen an aktuelle technische Standards.

In den kommenden Jahren stehen zudem dringende Reinvestitionsmaßnahmen an der Verbindungsbahn an, da beispielsweise die Brücken über den Wienfluss das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht haben.

Bei einer längerfristigen Projektverzögerung müssten etwa 100 Millionen Euro investiert werden, nur um den aktuellen Betrieb der S80 aufrechterhalten zu können.

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KO KOSMO-Redaktion
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