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Vertuschung

Epstein-Skandal: Geheimer Lagerraum mit Fotos und Pornos

Epstein-Skandal: Geheimer Lagerraum mit Fotos und Pornos
FOTO: US Department of Justice
3 Min. Lesezeit |

Ein geheimes Lager, nie durchsucht – und eine Inventarliste, die jetzt ans Licht kommt. Der Fall Epstein bekommt eine neue Dimension.

Jeffrey Epstein hatte bereits vor der Polizeirazzia im Jahr 2005 systematisch dafür gesorgt, dass belastendes Material aus seinem Anwesen in Florida verschwand. Wie der Telegraph berichtet, ließ er Privatdetektive Gegenstände aus seinem Haus entfernen und in einem geheimen Lager in Palm Beach einlagern – einem Ort, der von den Behörden nie durchsucht wurde. Die Lagereinheit war auf die Detektivagentur Riley Kiraly angemeldet und gehörte zu mindestens sechs solcher Einheiten, die Epstein über einen Zeitraum von 16 Jahren nutzte. Kreditkartenabrechnungen belegen, dass regelmäßige Zahlungen für die Lagereinheiten bis 2019, dem Jahr seines Todes, erfolgten.

Was sich darin befand, lässt tief blicken: drei Computer, 29 Adressbücher, eine Liste von Masseurinnen, Nacktfotos von Opfern, pornografische Zeitschriften sowie VHS-Kassetten und DVDs mit Aufnahmen von Minderjährigen. Darüber hinaus fanden sich dort eine 8-mm-Videokassette mit Aufnahmen einer Person unter der Dusche und einer Frau in Unterwäsche, ein Kalender aus dem Jahr 2005, Grußkarten, Briefe und Laborbefunde.

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Gesäuberter Tatort

Ob jemals Material aus diesem Lager sichergestellt wurde, ist bis heute ungeklärt. Das FBI hat nicht bestätigt, ob die Lagereinheiten jemals durchsucht wurden. Das FBI fand zwar Kopien zweier Computerfestplatten, doch die US-Behörden hegten schon damals den Verdacht, dass Epstein vor der Razzia gewarnt worden war. Michael Reiter, ehemaliger Polizeichef von Palm Beach, brachte es auf den Punkt: Der Tatort sei „gesäubert“ gewesen. Computermaterial, das mit Überwachungskameras in Verbindung gestanden wäre, fehlte – was den Verdacht nährte, Epstein könnte Personen ohne deren Wissen gefilmt haben.

Die Inventarliste des Lagers macht erstmals sichtbar, was Epstein gezielt vor den Ermittlern verborgen hatte. Floridas Strafverfolgungsbehörden stießen bei der Durchsuchung seines Hauses auf Rechnungen für bestimmte Gegenstände – die Gegenstände selbst blieben unauffindbar. Darunter befanden sich zwei Handbücher zur sogenannten „Ausbildung von Sexsklavinnen“. Epstein ließ über seine Privatdetektive auch Sexspielzeug, Massagegeräte, Damenunterwäsche, mehr als 2.000 US-Dollar in bar, einen Waffenschein für verdecktes Tragen sowie einen Harvard-Ausweis in Sicherheit bringen.

Kameras und Erpressung

Zahlreiche Opfer hatten stets angegeben, davon überzeugt zu sein, dass Epstein in seinen Anwesen versteckte Kameras betrieben habe – um kompromittierendes Material für mögliche Erpressungen zu sammeln. Der Telegraph hatte bereits berichtet, dass Epstein 2014 sein Personal angewiesen hatte, Minikameras in Taschentuchboxen zu installieren. Das FBI hingegen erklärte, es lägen keine Belege dafür vor, dass Epstein tatsächlich belastendes Videomaterial gespeichert habe.

In einem internen FBI-Memorandum, das im Rahmen des jüngsten Dokumentenpakets veröffentlicht wurde, heißt es dazu: „Wir sind uns der Theorien bewusst, die in Medien und im Internet kursieren, wonach Epstein den Missbrauch seiner Opfer gefilmt haben soll – auch durch andere Männer. Beweise, die diese Theorie stützen würden, haben wir jedoch nicht gefunden. Hätten wir solche Aufnahmen entdeckt, wären sie als Beweismittel in unsere Strafverfahren eingeflossen, und sämtlichen sich daraus ergebenden Spuren wäre nachgegangen worden.“ Die Polizei in Palm Beach zeichnete Gespräche mit Opfern auf der Wache auf, dokumentierte Teile der Hausdurchsuchung und beschlagnahmte eine geringe Anzahl von Videoaufnahmen aus Epsteins Anwesen. Keine dieser Aufnahmen zeigt den Missbrauch von Opfern oder deutet darauf hin, dass neben Epstein und Maxwell weitere Personen an den Taten beteiligt waren.

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KO KOSMO-Redaktion
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