Neue Dokumente, alte Schatten: Epsteins Zorro Ranch rückt mit erschreckenden Vorwürfen wieder in den Fokus der Ermittler.
Die Behörden in New Mexico haben ihre Ermittlungen rund um die Zorro Ranch neu aufgerollt. Frisch aufgetauchte Dokumente legen nahe, dass auf dem einstigen Anwesen des verurteilten Sexualstraftäters und Milliardärs Jeffrey Epstein möglicherweise schwere Verbrechen stattgefunden haben. In den zuletzt vom US-Justizministerium veröffentlichten Unterlagen finden sich Tausende Verweise auf die Ranch. Darunter befindet sich auch eine anonyme E-Mail aus dem Jahr 2019, in der behauptet wird, zwei ausländische Minderjährige seien dort erwürgt und in den umliegenden Hügeln verscharrt worden. Diese Angaben haben sowohl Staatsanwälte als auch Strafverfolgungsbehörden aufgeschreckt.
Das weiträumige Gelände, das unter dem Namen Zorro Ranch bekannt ist, erwarb Epstein im Jahr 1993 vom damaligen demokratischen Gouverneur Bruce King. Auf dem Areal ließ der Finanzmann eine repräsentative Villa mit rund 2.480 Quadratmetern Wohnfläche auf einem Hügel errichten, ergänzt durch eine private Landebahn, die einen unauffälligen Zugang zur Residenz ermöglichte. Die Ranch liegt in einer abgeschiedenen Region mehrere Dutzend Kilometer von Santa Fe entfernt und war eine von insgesamt fünf Liegenschaften, die Epstein in New Mexico besaß.
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Prominente Besucher
Die vom Justizministerium freigegebenen Akten enthalten Hinweise auf Drohnen, auf den Einsatz von Schusswaffen an einem Schießstand auf dem Gelände sowie auf medizinische und genetische Experimente – ohne dass dafür konkrete Belege vorgelegt werden. Zudem tauchen zahlreiche Fotografien in den Unterlagen auf. Mehrere Frauen, darunter Virginia Giuffre, schildern, auf der Ranch missbraucht worden zu sein.
We are taking a broad and comprehensive look at Zorro Ranch–related matters and working alongside the truth commission and law enforcement partners. We will follow the facts and keep the public informed. pic.twitter.com/FXoCKBZGeG
— New Mexico Department of Justice (@NewMexicoDOJ) February 19, 2026
Zu den prominenten Besuchern, die das Anwesen besucht haben sollen, zählen Woody Allen, Prinz Andrew sowie der französische Pianist Frédéric Chaslin. Der heute 63-jährige Musiker erklärte gegenüber französischen Medien, er sei lediglich ein einziges Mal auf der Ranch in New Mexico gewesen – gemeinsam mit seiner damaligen Partnerin. Epstein habe ihn dort in Begleitung zweier volljähriger russischer Assistentinnen empfangen.
Der Generalstaatsanwalt hat ungeschwärzte Kopien zentraler E-Mails angefordert und kooperiert mit weiteren Behörden, um das in den kürzlich entsiegelten Akten enthaltene Material systematisch aufzuarbeiten. Bis dato war die Ranch nicht Gegenstand eingehender bundesstaatlicher Untersuchungen – obwohl zahlreiche Opfer traumatische Erfahrungen geschildert hatten, die sie in jenen Jahren gemacht haben wollen, in denen Epstein das Anwesen kontrollierte.
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Neues Wahrheitsgremium
Das Parlament von New Mexico hat darüber hinaus einstimmig die Einrichtung einer parteiübergreifenden Kommission beschlossen. Das sogenannte Wahrheitsgremium soll Aussagen von Überlebenden dokumentieren, vorliegende Beweise prüfen und klären, ob auf der Ranch sexueller Missbrauch, Menschenhandel mit Minderjährigen oder andere Straftaten begangen wurden. Die Entscheidung lässt erkennen, dass Zweifel daran bestehen, ob frühere Untersuchungen mit der nötigen Gründlichkeit durchgeführt wurden.
Nach Epsteins Tod in einer New Yorker Gefängniszelle im Jahr 2019, wo er auf seinen Prozess wartete, verblieb das Anwesen zunächst im Besitz seiner Erben. Im Jahr 2023 wurde die Ranch an die Familie des texanischen Republikaners Don Huffines veräußert, wobei der Verkaufserlös an die Gläubiger des Epstein-Nachlasses floss. Huffines gab auf der Plattform X bekannt, das Anwesen sei in Ranch San Rafael umbenannt worden – nach einem Heiligen, dem heilende Kräfte zugeschrieben werden.
Seine Familie beabsichtige, die Liegenschaft künftig als christlichen Rückzugsort zu nutzen.