Ex-Guantanamo-Häftling: „In Serbien ist mein Leben noch schlimmer!“

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Ex-Guantanamo-Häftling: „In Serbien ist mein Leben noch schlimmer!“

Mansoor al Dayfi
(FOTO: Screenshot courtesy of Frontline -PBS)

Amerikanische Medien veröffentlichten ein Interview mit dem jemenitischen Staatsbürger, welcher vergangenen Jahres nach Serbien überführt wurde.

„Als sie mich nach Serbien überführt haben, wurde mein Leben schwerer. Sie haben meine Träume komplett zerstört… Nicht, weil ich Guantanamo geliebt habe – aber mein Leben hier wurde schlimmer. Ich fühle mich wie in einem anderen Gefängnis“, so der ehemalige Guantanamo-Häftling Mansoor al-Dayfi.

In den vergangenen Monaten wurden seitens der US-Regierung unter Barack Obama mehrere Gefängnisinsassen in andere Staaten überführt. So akzeptierte die serbische Regierung vergangenen Juli zwei Häftlinge aus Guantanamo.

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Wie die New York Times berichtet, werden nun im Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base Kurse für das Erlernen der serbischen Kultur und Sprache abgehalten.

 

Wie im Artikel der NPR zu lesen ist, soll der Inhaftierte aus Jemen im Rahmen eines Resozialisierungsprogrammes ein kleines monatliches Stipendium, sowie einen Serbisch-Kurs bezahlt bekommen.

Der Journalist traf sich mit al-Dayfi in Belgrad, wo ihm der Ex-Guantanamo-Häftling erzählte, dass es sein Wunsch sei in sein Heimatland Jemen zurückzukehren, was aufgrund der schlechten politischen Situation dort jedoch unmöglich sein.

Englisch hat al-Dayfi in Guantanamo gelernt, aber mit seinem Serbisch stünde es bisher noch nicht so gut. Er selbst sieht seine Chancen, wieder normal in das Leben einzusteigen gleich null, da er immer gegen sein Urteil als verurteilter Terrorist kämpfen werden müsse.

In Serbien hat er sogar versucht, mit einem Hungerstreik eine Versetzung in ein anderes Land zu erreichen: „Ich möchte in ein anderes Land, wo ich ein neues Leben beginnen kann. Ich möchte eine Familie gründen, ein Studium beginnen und wie ein normaler Mensch leben. Das ist alles, was ich mir wünsche. Der einzige Funken Hoffnung, der mir bleibt, ist von hier wegzugehen und in einem Land zu leben, welches mich unterstützt und wo ich etwas aus meinem Leben machen kann“, fügte der Ex-Guantanamo-Häftling hinzu.

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