Geopolitik trifft Urlaubskasse: Wer seinen Sommerflug noch nicht gebucht hat, könnte bald deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen.
Die geopolitischen Spannungen rund um den Persischen Golf haben die Reisebranche in Aufruhr versetzt: Ölpreise steigen, Flugrouten werden gesperrt – und die finanziellen Folgen treffen unmittelbar die Reisenden. Seit Beginn des Nahost-Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar 2026 wurden über 37.000 Flüge von und in den Nahen Osten gestrichen. Fachleute sind sich einig, dass weiteres Zögern bei der Buchung teuer werden könnte, denn die Ticketpreise ziehen bereits merklich an, ohne dass eine Entspannung der Lage absehbar wäre.
Selbst führende Vertreter der Luftfahrtbranche schlagen Alarm: United-Airlines-Chef Scott Kirby kündigte öffentlich an, dass die gestiegenen Kerosinkosten sich „wahrscheinlich schon bald“ massiv auf die Ticketpreise auswirken werden. Der Ölpreis hatte zeitweise um 20 Prozent auf über 111 Dollar pro Barrel zugelegt – Mehrkosten, die Fluggesellschaften über Aufschläge direkt an ihre Kunden weitergeben.
Jetzt buchen
Auf sinkende Preise zu spekulieren, empfiehlt sich derzeit nicht. Clint Henderson, Sprecher des auf Reiseberatung spezialisierten Unternehmens The Points Guy, äußerte sich gegenüber CNN unmissverständlich: „Wir empfehlen den Leuten, ihre Reisen für den Rest des Jahres jetzt zu buchen, wann immer es möglich ist.“ Die sonst gültige Faustregel, internationale Flüge zwei bis drei Monate im Voraus zu reservieren, gelte in Krisenzeiten nicht mehr.
Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt der Luftfahrtexperte Karsten Benz von der Hochschule Worms. Solange das Risiko für die Ölversorgung bestehe, sei mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen. In den kommenden vier bis acht Wochen könnte es laut Benz „richtig teuer“ werden.
Herbst als Ausweg
Wer einen Sommerurlaub plant, sollte nach Einschätzung von Benz nicht länger abwarten: Die ohnehin hohe saisonale Nachfrage lasse die Preise in nur eine Richtung tendieren – nach oben. Einen kleinen Lichtblick gibt es allerdings für jene, die im Herbst verreisen möchten: Sollte sich die geopolitische Lage bis dahin stabilisieren, könnten die Preise wieder nachgeben und günstigere Buchungsklassen verfügbar werden.