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Überlebenskampf

Frau verliert vier Gliedmaßen – weil ihr Hund sie ableckte

Frau verliert vier Gliedmaßen – weil ihr Hund sie ableckte
FOTO: GofundMe
3 Min. Lesezeit |

Ein Lecken ihres Hundes löste eine Kettenreaktion aus, die Manjit Sangha für immer verändern sollte.

Manjit Sangha (56) aus England liebt Hunde. Eine Liebe, die sie beinahe das Leben gekostet hätte.

An einem Samstag im vergangenen Jahr nahm das Leben der Hundeliebhaberin eine Wendung, die alles verändern sollte. Sie verbrachte Zeit mit ihrem Hund, ließ sich von ihm abschlecken – wie sie es schon unzählige Male zuvor getan hatte.

Am darauffolgenden Sonntagnachmittag kam sie mit einem Unwohlsein von der Arbeit nach Hause. Im Laufe der Nacht verschlechterte sich ihr Zustand rapide.

Als ihr Mann Kam Sangha (60) sie am Montagmorgen fand, war sie bereits ohne Bewusstsein. Ihre Hände und Füße waren eiskalt, ihre Lippen hatten sich violett verfärbt. Wenig später wurde sie ins New Cross Hospital in Wolverhampton eingeliefert – in Lebensgefahr. Ihr Herz blieb sechsmal stehen, wie die BBC berichtete.

Kampf ums Überleben

„Man ist völlig durcheinander“, sagte ihr Ehemann dem Sender im Rückblick. „Man denkt sich: ,Wie kann so etwas in weniger als 24 Stunden passieren?'“ Die Ärzte stellten eine Sepsis fest – eine lebensbedrohliche Blutvergiftung. Nach ihrer Einschätzung hatte der Speichel des Hundes in Verbindung mit einer kleinen Wunde die rasend schnell fortschreitende Infektion ausgelöst. Um Manjit Sanghas Leben zu retten, blieb den Medizinern keine andere Wahl, als ihr beide Beine unterhalb des Knies sowie beide Hände zu amputieren.

„Ich wusste nicht, was vor sich ging. An den ersten Monat kann ich mich überhaupt nicht erinnern“, sagte Manjit Sangha.

Die frühere Apothekenmitarbeiterin verlor darüber hinaus ihre Milz, kämpfte gegen eine Lungenentzündung und entwickelte Gallensteine – für die ihr mitgeteilt wurde, dass möglicherweise in Zukunft noch weitere Operationen erforderlich sein könnten.

Nach 32 Wochen im Krankenhaus, mehreren Herzstillständen und vier Amputationen durfte die Überlebende schließlich nach Hause zurückkehren. Ihr Mann stand ihr in dieser Zeit unablässig zur Seite.

Den 37. Hochzeitstag des Paares verbrachten beide im Krankenhaus, ebenso wie Manjit Sanghas Geburtstag in der Weihnachtszeit. „Jeden Tag dachten wir: Heute wird sie sterben – aber sie hat uns jeden einzelnen Tag eines Besseren belehrt. Sie ist so stark“, sagte er über seine tapfere Frau und ihren riesigen Kampfgeist.

Rückkehr ins Leben

Auch wenn ihr bewusst ist, dass der Weg zurück ins Leben kein leichter sein wird, ist Manjit Sangha fest entschlossen, neu anzufangen. „Ich möchte wieder laufen können“, sagte sie. „Ich möchte meine Prothesen bekommen und wieder arbeiten gehen. Ich habe genug Zeit in meinem Sessel und meinem Bett verbracht. Jetzt ist es Zeit, wieder zu laufen.“ Vor ihrer Erkrankung arbeitete sie laut BBC sieben Tage in der Woche.

Sepsis – im Volksmund auch als Blutvergiftung bekannt – ist eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung. Sie entsteht, wenn das Immunsystem, das eigentlich Infektionen abwehren soll, beginnt, körpereigenes Gewebe und Organe anzugreifen, was in der Folge zu einem Multiorganversagen führen kann.

Zu den möglichen Symptomen bei Erwachsenen zählen unter anderem undeutliche Sprache, extremes Zittern oder Muskelschmerzen, schwere Atemnot, hohes Fieber, Schüttelfrost, Verwirrtheit, Herzrasen sowie fleckige oder verfärbte Haut.

Das Ehepaar sammelt nun Spenden für hochmoderne Prothesen – darunter möglicherweise auch Roboterhände, die nach eigenen Angaben mehrere Zehntausend Pfund kosten könnten. Über eine GoFundMe-Seite sowie eine Spendenaktion bei Screwfix, wo Manjit Sangha neben ihrer Tätigkeit in der Apotheke auch Wochenendschichten absolvierte, kamen bislang mehr als 22.000 Pfund – umgerechnet rund 25.000 Euro – zusammen.

Das Ehepaar sammelt weiterhin Spenden, um Manjit Sangha den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

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KO KOSMO-Redaktion
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