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Aufarbeitung

11,8 Millionen Corona-Impfdosen spurlos verschwunden

11,8 Millionen Corona-Impfdosen spurlos verschwunden
Theresia Hofer bekam am 27. Dezember 2020 als erste Österreicherin eine Corona-Impfung. (FOTO: Twitter)
3 Min. Lesezeit |

Millionen Impfdosen, ungeklärter Verbleib, fehlende Dokumentation – Österreichs Corona-Impfstoffpolitik wirft weiter drängende Fragen auf.

Die FPÖ hält an ihrer Aufarbeitung der österreichischen Covid-Impfstoffpolitik fest – und fördert dabei kontinuierlich neue Details zutage. Dass die heimische Impfstoffbeschaffung erhebliche Mängel aufwies, hatte der Rechnungshof bereits in seiner Sonderprüfung vom 16. Juni 2023 dokumentiert. Die Prüfer kritisierten damals unter anderem, dass zunächst zu wenig, dann zu viel bestellt worden war.

„Den Beschaffungen lagen unterschiedliche Annahmen zugrunde. Es fehlte häufig eine dokumentierte, nachvollziehbare Grundlage“, hielten sie in ihrem Bericht fest. Hinzu kam ein weiterer, gravierender Befund: Während sich die Zahl der bestellten Impfdosen verdreifacht hatte, stiegen die damit verbundenen Kosten sogar auf das Vierfache.

Millionen Dosen verschwunden

Aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) geht nun hervor, dass rund 11,8 Millionen Impfdosen schlicht nicht auffindbar sind. Von den insgesamt 61,8 Millionen nach Österreich gelieferten Dosen – einschließlich jener, die später ins Ausland gespendet wurden – sind lediglich 21,9 Millionen im elektronischen Impfpass erfasst. Weitere 26,6 Millionen wurden vernichtet.

Daraus ergibt sich eine Differenz von 13,3 Millionen Dosen. Beim vom Bund beauftragten Großhändler lagern derzeit noch 1,5 Millionen Einheiten. Der Verbleib der verbleibenden 11,8 Millionen Dosen ist hingegen ungeklärt – ebenso wie die Frage, ob sie sich überhaupt noch in Österreich befinden.

Schumann schränkt in ihrer Beantwortung allerdings ein: „Es ist zu beachten, dass bei der Nennung der Anzahl der ‚verimpften Dosen‘ in der Regel immer nur von Impfungen die Rede ist, die auch im e-Impfpass dokumentiert wurden. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass auch Impfungen ohne entsprechende Eintragungen verabreicht wurden.“ Ergänzend weist die Ministerin auf einen weiteren Faktor hin: „Darüber hinaus kann es in den impfenden Einrichtungen ebenfalls zu einem Verwurf kommen, wenn bspw. zu viel Impfstoff bestellt wurde oder nicht ausreichend impfbereite Personen erschienen sind, um ein angebrochenes Mehrdosenbehältnis vollständig aufzubrauchen.“

Schumanns klare Ansage

Auch der aktuelle Lagerbestand in impfenden Einrichtungen bleibt eine unbekannte Größe: „Aktuell werden in vielen impfenden Einrichtungen noch einsatzbereite Impfstoffe lagernd sein – auch diese Anzahl kann durch das Ministerium weder erhoben noch seriös geschätzt werden.“ In einem Punkt zeigt sich Schumann jedoch klar: Für das laufende Jahr bestehen laut den geltenden Verträgen lediglich Abnahmeverpflichtungen für rund 270.000 Dosen. „Für die darauffolgenden Jahre bestehen keine Abnahmeverpflichtungen.“

Von den 26,6 Millionen vernichteten Dosen entfielen allein rund 15 Millionen auf BioNTech/Pfizer und rund 6,5 Millionen auf Moderna. Die Entsorgung selbst hielt sich kostenmäßig in Grenzen – sie wurde über Arzneimittel-Großhändler abgewickelt und schlug laut Schumann mit rund 200.000 Euro zu Buche.

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KO KOSMO-Redaktion
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