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Petition

Grüne und FPÖ setzen sich für Hilfe bei Suchtproblemen Jugendlicher ein

Grüne und FPÖ setzen sich für Hilfe bei Suchtproblemen Jugendlicher ein
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Der Tod einer 16-Jährigen bewegt Tirol – und bringt politische Gegner an einen Tisch, den man so kaum erwartet hätte.

Nach dem Tod einer 16-jährigen Tirolerin, die drogenabhängig war, hat ihre Familie eine Online-Petition ins Leben gerufen, die auf gesetzliche Änderungen im Umgang mit suchtkranken und psychisch erkrankten Jugendlichen abzielt. Unterstützung kommt dabei aus einem politisch ungewöhnlichen Bündnis: Die Tiroler Grünen stehen nicht nur hinter der Petition selbst, sondern zeigen sich auch einem Vorschlag der FPÖ gegenüber offen.

Die Petition trägt den Titel „Mehr Hilfe für Jugendliche in psychischen Krisen und Drogenabhängigkeit“ und enthält unter anderem die Forderung, dass Eltern bei minderjährigen Kindern unter bestimmten Voraussetzungen eine zeitlich begrenzte verpflichtende Abklärung oder Behandlung veranlassen können sollen – etwa bei schwerer psychischer Erkrankung oder Sucht. Eine solche Möglichkeit zur Zwangseinweisung ist im österreichischen Recht derzeit nicht vorgesehen.

„Es ist dringend geboten, nicht alles unter reine Freiwilligkeit zu stellen, denn die Betroffenen können das gar nicht abschätzen.“

Inzwischen haben knapp 3.600 Personen die Petition unterzeichnet, darunter Christoph K.: „Ich habe sie unterzeichnet, weil wir ein ähnliches Problem hatten und wenig bis keine Unterstützung bekommen haben. Freiwillig geht so etwas selten von Jugendlichen aus. Gekämpft haben wir monatelang, aber alleine. Ich bin froh, dass bei uns alles gut ausgegangen ist.“ Auch Margot H. reihte sich unter die Unterzeichnerinnen: „Ich habe Probleme von Drogen in der Familie miterlebt, Eltern und Angehörige sind aufgrund der Gesetze schlichtweg die Hände gebunden.“

Grüne und FPÖ

Die Tiroler Grünen unterstützen die Petition ebenfalls. Für Tiroler Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan macht der Fall ein strukturelles Versagen sichtbar: „Wir brauchen mehr und vor allem passendere Angebote für Jugendliche in schweren Krisen. Genau das fordern Expertinnen und Experten seit Jahren – deshalb haben auch wir Grünen einen Antrag mit diesen Forderungen im Tiroler Landtag eingebracht.“ Sie warnt zugleich davor, das Problem zu verharmlosen oder ideologisch zu überlagern: „Dieser Fall zeigt ganz klar, dass Jugendliche mit mehreren Diagnosen – zum Beispiel psychische Erkrankungen kombiniert mit Suchtproblemen – oft durch das bestehende System fallen.“

FPÖ-Tirol-Landesparteichef Markus Abwerzger hat sich für eine Herabsetzung der Strafmündigkeit nach Schweizer Vorbild ausgesprochen, um frühzeitig auf gefährdete Kinder und Jugendliche reagieren zu können. „Damit meine ich ausdrücklich keine Haftstrafen, sondern Therapiemöglichkeiten – auch gegen deren Willen“, betont er.

Dem Schweizer Modell steht auch Arslan nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber. „Dieser Ansatz ist auf den ersten Blick attraktiv“, sagt sie, „aber nur, wenn das ganze Konzept umgesetzt wird.“ In der Schweiz beginne die Strafmündigkeit zwar bereits mit zehn Jahren, doch dahinter stehe ein grundlegend anderes Hilfssystem. „Jugendliche können dort zu ihrem eigenen Schutz untergebracht werden, ohne dass eine klassische Strafverurteilung erfolgt. Freiheitsstrafen für Unter-15-Jährige sind dort ausgeschlossen.“ Entscheidend sei letztlich, dass das Angebot individuell auf den jeweiligen betroffenen Jugendlichen zugeschnitten werde.

Neues Angebot geplant

Was die Rund-um-die-Uhr-Betreuung für suchtkranke Unter-14-Jährige betrifft, soll noch in diesem Jahr ein neues Angebot in Tirol entstehen. Geplant ist eine gesamtheitliche Leistung, die neben dem Wohnen auch ein hohes Maß an Betreuung umfasst und von der Tiroler Landesregierung umgesetzt werden soll.

SPÖ-Jugendsprecher Christian Kovacevic begrüßt den Schritt: „LR Eva Pawlata (SPÖ) bringt die richtigen Maßnahmen schnell auf den Weg. Das ist ein wichtiger Schritt.“

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KO KOSMO-Redaktion
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