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Sprachkritik

Jury knallhart: Dieser rassistische Begriff ist das Unwort 2025

Jury knallhart: Dieser rassistische Begriff ist das Unwort 2025
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2 Min. Lesezeit |

Die Jury der sprachkritischen Aktion „Unwort des Jahres“ hat ihre Entscheidung getroffen: Der Begriff „biodeutsch“ wurde zum problematischsten Ausdruck des vergangenen Jahres erklärt. Die Sprachexperten kritisieren, dass dieser Begriff Menschen anhand vermeintlich biologischer Abstammungsmerkmale kategorisiert und bewertet. Diese Unterscheidung zwischen angeblich echten Deutschen und solchen zweiter Klasse stelle eine Form des Alltagsrassismus dar. Mit ihrer Entscheidung hofft die Jury, zu einer sachlicheren politischen Debatte beizutragen – trotz der Tatsache, dass die AfD den Begriff „Remigration“, der Anklänge an die nationalsozialistische „Deportation“ aufweist, in ihr Wahlprogramm aufgenommen hat.

Weitere Unwörter

Den zweiten Platz belegte der Begriff „Heizungsverbot“. Nach Ansicht der Jury wurde dieser Ausdruck gezielt eingesetzt, um Maßnahmen zum Klimaschutz in Misskredit zu bringen. Die Gastjuroren Saba-Nur Cheema und Meron Mendel wählten zusätzlich „importierter Antisemitismus“ zu ihrem persönlichen Unwort. Sie bemängeln, dass diese Formulierung in rechten Kreisen verbreitet ist, um Judenhass ausschließlich mit Migration in Verbindung zu bringen und gleichzeitig von eigenen antisemitischen Tendenzen abzulenken.

Kritik und Ziele

Die Jury, die sich aus Sprachwissenschaftlern, einer Journalistin und wechselnden Gastmitgliedern zusammensetzt, sieht sich regelmäßig dem Vorwurf ausgesetzt, als „Sprachpolizei“ zu agieren. Vor zwei Jahren wurde die Auswahl als politisch zu links orientiert kritisiert, was sich in der Wahl von Begriffen wie „Lügenpresse“ und „Gutmensch“ widerspiegelte. Ein besonders heftiger Disput entstand 1994 um die Bewertung des Ausdrucks „kollektiver Freizeitpark“.

Um sich auf die Identifizierung problematischer Begriffe konzentrieren zu können, hat sich die Initiative von der „Gesellschaft für deutsche Sprache“ unabhängig gemacht. Ihr erklärtes Ziel ist es, Formulierungen anzuprangern, die gegen Grundwerte wie Menschenwürde, Demokratie, Toleranz oder Wahrhaftigkeit verstoßen – in der Überzeugung, dass Sprache das gesellschaftliche Bewusstsein prägt.

Die Marburger Sprachkritiker betonen, dass der Begriff „biodeutsch“ eine rassistische und biologistische Vorstellung von Nationalität konstruiert.

Ebenso scharf verurteilen sie die Ausdrücke „Heizungsverbot“ und „importierter Antisemitismus“.

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KO KOSMO-Redaktion
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