Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Mysterium

Mysterium auf Russlands Straßen: Hunderte Porsches verweigern ihren Oligarchen den Dienst

Mysterium auf Russlands Straßen: Hunderte Porsches verweigern ihren Oligarchen den Dienst
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Luxusprobleme in Russland: Hunderte Porsche-Besitzer stehen vor verschlossenen Autotüren. Die mysteriöse Pannenserie legt Fahrzeuge landesweit lahm.

Hunderte Porsche-Besitzer in Russland stehen vor einem rätselhaften Problem: Ihre Luxusfahrzeuge verweigern plötzlich den Dienst. Landesweit häufen sich Berichte über Autos, die sich verriegeln, an Leistung verlieren oder komplett den Start verweigern. Die Störung betrifft offenbar Modelle ab Baujahr 2013, die mit werksseitigen VTS-Satellitensicherheitssystemen ausgestattet sind. Während sich die Pannenfälle häufen, warnen Werkstätten bereits vor einer regelrechten Ausfallwelle.

Für viele Besitzer kam der Defekt ohne Vorwarnung. Der 31-jährige Alexander aus St. Petersburg schildert sein Erlebnis: „Ich holte nur kurz eine Pizza ab. Als ich zurückkam, sprang der Wagen einfach nicht mehr an.“ Zwei Tage lang habe ich nach der Ursache gesucht. Das zeigt wirklich, welchen Marken man noch vertrauen kann.“ Auch Yulia Truskova, Serviceleiterin bei der Vertretung Rolf, bestätigt den Ernst der Lage: „Alle Modelle und sämtliche Motorisierungen sind betroffen.“ Viele Eigentümer warten mittlerweile tagelang auf Diagnose, Abschleppdienste oder Notfalltechniker.

Verdacht auf Sabotage

Moskauer Insider schließen nicht aus, dass die Störung „absichtlich“ herbeigeführt wurde – mit dem Verdacht auf westliche Einflussnahme. Die Fachzeitschrift Auto Rambler berichtet, dass der offizielle russische Porsche-Importeur das Problem inzwischen bestätigt hat. „Die Beschwerden nehmen weiter zu“, heißt es in der Mitteilung. „Experten vermuten als Ursache für die massenhafte ‚Blockierung‘ eine Sperrung des Standard-Satelliten-Alarmsystems, wodurch das Starten der Fahrzeuge verhindert wird. Ob elektronische Kriegsführungsmaßnahmen oder ein Signal des Herstellers dahinterstecken, ist bislang unklar.“

Notlösungen gesucht

Während die Werkstätten mit liegengebliebenen Porsches überschwemmt werden, versuchen viele Besitzer, das Problem selbst zu beheben. Einige klemmen die Batterie für mindestens zehn Stunden ab, andere entfernen kurzerhand Steckverbindungen oder bauen das komplette Alarmmodul aus. Obwohl manche Fahrzeuge nach einer Stromtrennung wieder funktionieren, bleiben viele weiterhin bewegungsunfähig. Ein Mechaniker aus Perm berichtet, wie sein eigener Porsche zwei Sekunden nach dem Starten wieder ausging. Erst als er die Satellitenstecker aus der VTS-Alarmeinheit entfernte, konnte er das Problem lösen. „Vielleicht haben Störsender es ausgelöst. Vielleicht haben sich irgendwelche Radiowellen synchronisiert. Ich habe ehrlich keine Ahnung“, räumt er ein.

Eine Werkstatt veröffentlichte einen dringenden Hinweis: „Viele fragen, ob das nur Fake News sind. Nein, es ist leider Realität. Allein in den letzten drei Tagen haben wir über 40 Fahrzeuge per Abschleppwagen bekommen – hauptsächlich Cayenne und Macan, aber auch einige Panamera. Wir konzentrieren uns auf die Antennen und deaktivieren die Funktion entweder durch Störung, Blockierung oder vollständige Software-Abschaltung.“

Laut Truskova sind mittlerweile auch einige Mercedes-Benz-Modelle sowie Fahrzeuge der Marken Audi und Volkswagen betroffen.

Zur Einordnung: Der Volkswagen-Konzern, zu dem Porsche gehört, hat nach Beginn des Ukraine-Kriegs zwar die Fahrzeuglieferungen nach Russland gestoppt, seine drei Moskauer Niederlassungen jedoch nicht verkauft.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen