Klartext: So möchte Vučić den Kosovo-Konflikt endgültig lösen

SERBISCHER PRÄSIDENT

Klartext: So möchte Vučić den Kosovo-Konflikt endgültig lösen

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Aleksandar-Vucic-Kosovo-Lösung
(FOTO: zVg.)

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Der serbische Präsident Aleksandar Vučić befindet sich derzeit in einer verzwickten Lage. Seit Jahrzehnten bewegt sich hinsichtlich der Kosovo-Frage nichts und gleichzeitig hagelt es Kritik und Prügel von allen Seiten.

Die Opposition, die starke serbische Kirche und auch die schweigende Mehrheit von Vučićs Regierungspartei stehen nicht wirklich hinter ihrem Präsidenten. Nun kündigte er jedoch an, den Dauerkonflikt für ein und alle Male zu lösen. Vergangene Woche betonte er, dass es eine „Abgrenzung“ zwischen Serben und Albanern geben müssen.

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Die Einigung zwischen Griechenland und Mazedonien im langjährigen Namensstreit bringt für den Balkan nicht nur die Lösung eines der wohl langwierigsten Probleme zweier Staaten, sondern erhöht auch gleichzeitig den Druck auf zwei Nachbarstaaten Mazedoniens, auch ihre Dispute beiseite zu legen.

„Sonst werden sich die Albaner wegen ihrer hohen Geburtenzahl tief ins serbische Kernland ausbreiten. Wenn es keine Lösung gibt, dann wird sich die starke Massenabwanderung resignierter Landsleute aus Serbien dramatisch verschärfen“, so Vučić. Die Bevölkerungszahl könnte dann von heute sieben auf vier Millionen fallen. Außerdem schwinde die ohnehin kleine serbische Minderheit im Kosovo drastisch.

Gebietsaustausch als Lösung?
Die serbischen Medien verstehen unter der angekündigten „Abgrenzung“ die Zuschlagung des mehrheitlich von Serben bewohnten Nord-Kosovos zu Serben. Im Gegenzug würde die Region rund um die südserbische Stadt Preševo, die mehrheitlich über albanische Einwohner verfügt, an den Kosovo angegliedert werden. „Eine Teilung bedeutet für mich Krieg“, regierte Kosovo-Regierungschef Ramush Haradinaj darauf.

Deutschland und viele andere EU-Staaten sind eindeutig gegen jegliche neue Grenzziehung, da man fürchtet, dass andere Balkan-Länder diesem Beispiel folgen könnten. Dazu gehören vor allem Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Mazedonien. Berlin fürchtet, dass der gesamte Westbalkan abermals in Flammen aufgehen könnte, wie dies bei den Bürgerkriegen in den 90er Jahren der Fall war.

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Vučić muss Volk überzeugen
Bevor es jedoch von serbischer Seite zu einer Lösung des Kosovo-Konflikts kommen kann, muss der Präsident allerdings noch einiges an Schwerstarbeit leisten. Das Volk möchte zum Großteil nicht auf die ehemalige serbische Provinz Kosovo verzichten. Umfragen belegen, dass über 71 Prozent einen EU-Beitritt ablehnen, insofern dafür eine Anerkennung des Kosovos Voraussetzung ist. (KOSMO berichtete)

Somit ist Aleksandar Vučićs primäre Aufgabe, das Volk zum Umdenken zu bringen. Und dazu muss er die Lösung der Kosovo-Frage in positive Verbindung mit der Zukunft des Landes bringen.

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