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KROATIEN

Brnabic: Kroatien wurde ethnisch gesäubert

Ana Brnabic, Ministerpräsidentin von Serbien, wikimedia/Влада на Република Северна Македонија
Ana Brnabic, Ministerpräsidentin von Serbien, wikimedia/Влада на Република Северна Македонија

Ana Brnabic, Ministerpräsidentin Serbiens, hat Kroatien in einem Interview hart kritisiert. Sie redete über die Anklage, die Serbien nach 27 Jahren gegen die vier Piloten der kroatischen Großoffensive „Operation Oluja“ eingereicht hat.

Gerechtigkeit muss sein, sagte die serbische Premierministerin Ana Brnabic in einem TV-Interview des serbischen Senders Pink. Damit meint sie die Anklage von vier kroatischen Piloten wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Petrovac, Bosnien-Herzegowina, im Jahr 1995. Sie hätten serbische Flüchtlinge außerhalb der Kroatien Grenzen verfolgt und getötet, so der Vorwurf der serbischen Ministerpräsidentin. Es geht also um angeordnete Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung. Zeitgleich wurden in Kroatien lebende Serben vertrieben. Laut Meinung der Ministerpräsidentin hätte Kroatien zu wenig getan, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

„Das ist, auf menschlicher Seite, ein schreckliches Verbrechen auf mehreren Ebenen. Es waren meistens Familien, Frauen mit Kindern und ältere Menschen, die vertrieben wurden.“, sagte die Ministerpräsidentin. Brnabic beschreibt die Vorfälle in Kroatien als „ethnische Säuberung“.

Staatsanwaltschaft will Prozess in Abwesenheit

„Bisher wurde niemand wegen der genannten Ereignisse in der Region strafrechtlich verfolgt. Die Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen ist der Ansicht, dass dieses Verbrechen, selbst durch einen Prozess in Abwesenheit, seinen Epilog haben und ein Urteil gefällt werden sollte, das neben der strafrechtlichen Bedeutung eine zutiefst moralische und menschliche Botschaft hat“, heißt es in der Anklageschrift der serbischen Staatsanwaltschaft.

Serbien immer wieder von EU gefoltert

Brnabic stellt ebenfalls fest, dass Serbien für die Rechtsstaatlichkeit immer wieder „gefoltert“ wird, um ein EU-Mitglied zu werden.

Serbien schaue sich jeden Fall von organisierter Kriminalität genau an. Aber Kroatien ist trotzt solcher Verbrechen Mitglied der EU, warf Brnabic ein.

„Sie haben Kroatien ethnisch gesäubert, es gibt keinen ethnisch saubereren Staat in Europa als Kroatien. Sie haben diese Leute vertrieben, und dann sagen Sie, dass die Menschen nicht fliehen mussten. Wir wissen, sie mussten fliehen, weil diejenigen, die blieben, meistens getötet wurden.“