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Ermittlungen

Lebensgefährliches Istanbul: Immer mehr mysteriöse Touristen-Tode

Lebensgefährliches Istanbul: Immer mehr mysteriöse Touristen-Tode
FOTO: iStock/frantic00/tiero
4 Min. Lesezeit |

Tödliche Gefahr im Urlaubsparadies: Nach mysteriösen Todesfällen deutscher und niederländischer Touristen in Istanbul geraten unsachgemäße Schädlingsbekämpfungsmittel in den Fokus.

Nach mehreren Todesfällen unter Touristen in Istanbul hat der Deutsche Reiseverband (DRV) die türkischen Hoteliers zu erhöhter Vorsicht bei der Schädlingsbekämpfung aufgefordert. Die Branchenvertretung kontaktierte sowohl den türkischen Hotelverband Türofed als auch die türkische Botschaft, um auf die Problematik hinzuweisen. Gegenüber ntv.de erklärte eine DRV-Sprecherin, man habe „mit Dringlichkeit darum gebeten, mit den Hotels Kontakt aufzunehmen, um sicherzustellen, dass ausschließlich erlaubte und zugelassene Mittel zur Schädlingsbekämpfung verwendet und auch sachgemäß angewendet werden.“

Verbandsmitglieder wurden angewiesen, von ihren Hotelpartnern schriftliche Bestätigungen über den Einsatz ausschließlich zugelassener Mittel einzuholen und auf fachgerechte Anwendung zu achten.

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Todesfälle in Istanbul

Der Tod einer vierköpfigen Familie aus Hamburg wirft weiterhin Fragen auf – besonders im Zusammenhang mit weiteren Vorfällen in der türkischen Metropole. Die Hamburger Familie reiste am 9. November nach Istanbul und verstarb zwischen dem 13. und 17. November. Nachdem sich der anfängliche Verdacht einer Lebensmittelvergiftung nicht erhärtete, rückte ihr Hotel im Istanbuler Stadtteil Fatih in den Fokus der Ermittlungen.

Weitere Gäste aus derselben Unterkunft mussten ebenfalls medizinisch behandelt werden. Ein vorläufiges rechtsmedizinisches Gutachten, das von mehreren Medien zitiert wird, deutet auf eine mögliche Vergiftung durch Schädlingsbekämpfungsmittel im Zimmer unter dem der Familie hin – eine endgültige Bestätigung steht jedoch noch aus.

In zeitlicher Nähe verstarb ein deutscher Unternehmer in der Nacht zum 19. November, nachdem er in seinem Hotel über Schweißausbrüche und Atemnot geklagt hatte. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA war er aus Deutschland in die Türkei eingereist. Die genauen Todesumstände sind bislang ungeklärt.

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Bemerkenswert ist die räumliche Nähe seines Hotels zu dem der Hamburger Familie – beide liegen im historischen Zentrum Istanbuls, das jährlich Hunderttausende Touristen beherbergt. Die Hotelbetreiber bestreiten laut Medienberichten, in jüngster Zeit Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen durchgeführt zu haben.

Weitere Vergiftungsfälle

Ein weiterer Fall ereignete sich bereits im August: Zwei niederländische Jugendliche wurden tot in einem Istanbuler Hotelzimmer aufgefunden. Sie waren mit ihrem Vater in die Türkei gereist, der ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert wurde, aber überlebte. Als Todesursache wurde zunächst eine Lebensmittelvergiftung vermutet.

Die Söhne hatten laut ntv-Informationen am Vorabend in einem Restaurant im Istanbuler Taksim-Viertel gegessen, der Vater hingegen nicht. Die Ermittlungsergebnisse wurden nicht öffentlich bekannt gegeben. Auch dieses Hotel befand sich Medienberichten zufolge in unmittelbarer Nähe zur Unterkunft der Hamburger Familie.

Am 19. November wurden zwei niederländische Schwestern mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall aus ihrem Hotel in Istanbul-Fatih ins Krankenhaus gebracht. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, dass zunächst eine Lebensmittelvergiftung vermutet wurde. Eine der Schwestern konnte kurz darauf wieder entlassen werden.

Aufschlussreich erscheint auch der Fall einer deutschen Erasmusstudentin, die im November 2024 verstarb. Obwohl ihr Tod anfänglich einer Lebensmittelvergiftung zugeschrieben wurde, kam ein im August veröffentlichter forensischer Bericht zu einem anderen Schluss. Laut ihrem Anwalt wurde sie vermutlich durch Pestizide gegen Bettwanzen vergiftet.

Das Bekämpfungsmittel sei im ersten Stockwerk eingesetzt worden, habe sich in Gas verwandelt und im gesamten Gebäude ausgebreitet. Die Studentin wohnte im zweiten Stock.

Die Türkei gehört zu den beliebtesten Reisezielen deutscher Urlauber. Nach DRV-Angaben lag das Land 2024 bei Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer mit einem Marktanteil von 8,5 Prozent hinter Spanien (15 Prozent) und Italien (8,6 Prozent) auf dem dritten Platz.

Reiseveranstalter fordern nun verstärkt eine sachgemäße Durchführung von Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen.

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KO KOSMO-Redaktion
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