Trotz Verbots und früherer Warnungen verkaufen Wiener Automatenshops weiter Alkohol. Das Marktamt schlägt nach gezielten Kontrollen Alarm und kündigt Strafen an.
Das Wiener Marktamt hat bei einer gezielten Überprüfungsaktion erneut zahlreiche Verstöße gegen das Alkoholverkaufsverbot in Automaten aufgedeckt. Insgesamt wurden 195 Automatenshops kontrolliert, die bereits in der Vergangenheit negativ aufgefallen waren. Das ernüchternde Ergebnis: In 86 Fällen wurde weiterhin illegal Alkohol angeboten – trotz vorheriger Beanstandungen. Den betroffenen Betreibern drohen nun behördliche Anzeigen mit empfindlichen finanziellen Konsequenzen.
Die gesetzliche Regelung ist eindeutig: Der Verkauf alkoholischer Getränke über Automaten ist nur dann zulässig, wenn Verkaufspersonal anwesend ist, das eine Alterskontrolle durchführen kann. Elektronische Altersverifikationssysteme erfüllen diese Anforderung nicht. „Gerade wenn es um Jugendschutz geht, kennt das Marktamt kein Pardon, ist doch die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen besonders zu schützen“, unterstreicht Marktamtsdirektor Andreas Kutheil die Bedeutung der Kontrollen.
Die Strafen im Detail
Die Bußgelder variieren für diese Verstöße erheblich. Bei Erstverstoß können Automatenbetreiber mit einer Abmahnung und rund 100 Euro Strafe davonkommen. Bei wiederholten oder besonders schweren Vergehen können die Strafen jedoch bis zu 15.000 Euro betragen. Diese Höchststrafe wird allerdings selten verhängt, wie Branchenkenner bestätigen.
Die vergleichsweise geringen Bußgelder bei Erstverstößen könnten erklären, warum viele Automatenshops das Risiko eingehen: Die Einnahmen aus dem illegalen Alkoholverkauf übersteigen oft die drohenden Strafen. Die hohe Zahl von Wiederholungstätern unter den nun kontrollierten Betrieben deutet auf eine begrenzte Abschreckungswirkung der bisherigen Sanktionen hin.
Umfassende Kontrollen
Der Aufgabenbereich des Wiener Marktamts erstreckt sich weit über die Beaufsichtigung der städtischen Märkte hinaus. Die Behörde fungiert auch als Wächter über Konsumentenschutz und Lebensmittelrecht.
Mit jährlich mehr als 124.000 Kontrollen sorgt die Institution dafür, dass regelwidrige Praktiken konsequent unterbunden werden.