Österreichs Luftwaffe rüstet auf: Zwölf italienische Kampfjets für über eine Milliarde Euro stehen kurz vor der Vertragsunterzeichnung – mit beachtlichen wirtschaftlichen Nebeneffekten.
Das österreichische Bundesheer steht unmittelbar vor dem Abschluss eines bedeutenden Rüstungsgeschäfts. Nach Informationen der “Krone” wird der Ankauf von zwölf Kampfjets des italienischen Herstellers Leonardo im Wert von mehr als einer Milliarde Euro in Kürze finalisiert. Der Vertrag sieht zudem Gegengeschäfte vor, die der heimischen Wirtschaft Aufträge im Umfang von über 200 Millionen Euro sichern sollen. Die offizielle Bekanntgabe des Deals wird für Ende dieser Woche erwartet, während die zuständigen Ministerien bestätigen, dass man sich in der finalen Phase befinde, jedoch noch nicht alle Vertragsdetails unterzeichnet seien.
Die genaue Höhe der Investition ist noch Gegenstand von Spekulationen. Während anfänglich von 1,1 Milliarden Euro die Rede war, kursieren mittlerweile Zahlen von bis zu 1,6 Milliarden. Im Vorfeld des Geschäfts wurde Kritik an der langfristigen verteidigungstechnischen Bindung an Italien laut. Der Hersteller Leonardo liefert dem Bundesheer bereits 36 Hubschrauber des Typs AW-169.
Transparente Beschaffung
Ein wesentlicher Unterschied zu früheren Beschaffungsprojekten: Anders als beim umstrittenen Eurofighter-Kauf werden die Verträge diesmal direkt zwischen den Staaten abgewickelt, ohne Einschaltung von Waffenhändlern oder Lobbyisten. Die Finanzprokuratur übernimmt dabei die rechtliche Kontrollfunktion.
Mit den zweisitzigen Mehrzweckkampfflugzeugen ersetzt das Bundesheer die Ende 2020 ausgeschiedenen Saab 105 und setzt damit seine Zwei-Flotten-Strategie fort. Auch die Eurofighter werden perspektivisch bis 2030 einer Nachfolgelösung bedürfen. Die Entscheidung für die M-346FA von Leonardo zeichnete sich bereits seit längerem ab.
Alternativlose Wahl
Verteidigungsexperten im Ministerium bezeichneten die Maschinen im Sommer als “alternativlos”, da sie als einzige alle 78 definierten Leistungskriterien erfüllten, während die Konkurrenzmodelle mit lediglich 61 beziehungsweise 26 erfüllten Kriterien deutlich abfielen.
Der Kauf ermöglicht dem Bundesheer, die Ausbildung seiner Kampfpiloten vollständig nach Österreich zurückzuholen. Seit der Außerdienststellung der Saab-Flotte musste die Pilotenausbildung kostenintensiv nach Italien und Deutschland ausgelagert werden. Die neuen Jets werden nicht nur für Ausbildungszwecke eingesetzt, sondern übernehmen auch Aufgaben bei der Luftraumüberwachung.
Im Kaufpreis enthalten sind neben den Flugzeugen selbst auch Ausbildungsstunden, ein umfassendes Wartungspaket, Simulatoren sowie die entsprechende Bewaffnung.
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