Start NEWS CHRONIK Mörder von Split wird im Netz als Held gefeiert
DREIFACHMORD

Mörder von Split wird im Netz als Held gefeiert

(FOTOS: Screenshots/Twitter, Facebook)

Am Samstag wurden in der kroatischen Küstenstadt Split drei Menschen auf offener Straße erschossen. Nun veröffentlichte die Polizei erste genauere Details zur Bluttat.

Szenen, wie aus einem Krimifilm: Mitten in der Innenstadt waren am Samstagnachmittag Schüsse zu hören. An zwei Orten schoss der später festgenommene Filip Z. (25) mit einer Kalaschnikow auf drei Menschen. Zwei starben sofort, der Dritte erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus. Insgesamt 36 Schuss soll der junge Kroate abgeben und dabei „Ich werde euch alle töten!“ geschrien haben.

Opfer gezielt ausgewählt
Im Rahmen einer Pressekonferenz bestätigte die kroatische Polizei, den 25-Jährigen festgenommen zu haben. Er gelte als Hauptverdächtiger im Fall. Die Opfer sind bereits von früher polizeilich bekannte Personen und verfügen jeweils über zehn oder mehr Anzeigen.

Es wird davon ausgegangen, dass Filip Z. seine Opfer gezielt ausgewählt hat. Die drei Männer sollen den Bruder des Verdächtigen und in späterer Folge deren ganze Familie bedroht haben. Laut „Slobodna Dalmacija“ ging es um Geldschulden und Drogen. Zum Motiv wollten die zuständigen Ermittlungsorgane keine genaueren Angaben machen, erklärte jedoch, dass die Tatwaffe sowie Kleidungsstücke des Täters unweit des Tatortes sichergestellt werden konnten.

Netz solidarisiert sich mit Verdächtigen
Für besonders großes Aufsehen sorgt nun die Tatsache, dass sich viele im Internet mit dem mutmaßlichen Täter solidarisieren. Laut Kommentaren auf Facebook, habe Filip Z. „lediglich seinen Bruder und seine Familie beschützt“, den „Schmutz von der Straße beseitigt“ und „gezeigt, wie man in einem Staat ohne Gesetze Dinge selbst löst“.Auf Facebook wurde eine eigene Gruppe eröffnet, die den Namen „Filip Z. – Held und kein Verbrecher“ trägt.

Auch der Parlamentsabgeordnete Ivan Pernar schloss sich den positiven Stimmen an. Seiner Meinung nach könne man die Reaktion des Verdächtigen verstehen, insofern seine Familie wirklich bedroht wurde. „Sollte es stimmen, dass er Drohungen durch Kriminelle erhalten hat, die bereits lange Hinter Gittern sitzen müssten, dann verstehe ich, warum der Verdächtige nicht zur Polizei ging. Sein Verhalten ist nachvollziehbar. Ich werde ihm Kekse ins Gefängnis bringen“, so Pernar.

In zahlreichen kroatischen Medien war diese Solidarisierungswelle Thema in den vergangenen Stunden. Experten äußerten sich kritisch zu dieser Entwicklung und unterstrichen, dass ein Trend zur Selbstjustiz nicht nur antidemokratisch, sondern auch sehr gefährlich für die gesamte Gesellschaft sein kann.