Novak Djokovic kehrt Serbien den Rücken und siedelt nach Griechenland über. Der Tennisstar hat offenbar einen endgültigen Schlussstrich unter sein Leben in der Heimat gezogen. Seine Kinder besuchen bereits das renommierte britische Saint Lawrence College in Athen, während die Familie in einem südlichen Vorort der griechischen Hauptstadt ein dauerhaftes Domizil gefunden hat.
Der Bruch mit Serbien zeichnete sich ab, nachdem Djokovic im Dezember vergangenen Jahres öffentlich Stellung zu den Studentenprotesten bezogen hatte. Nach dem Einsturz eines Bahnhofsdachs in Novi Sad, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen, hatten sich landesweit Demonstrationen gegen die Regierung von Aleksandar Vucic formiert. Die Protestierenden machten systematische Korruption und behördliche Nachlässigkeit für die Tragödie verantwortlich.
Während die Belgrader Regierung bemüht war, die Angelegenheit herunterzuspielen, positionierte sich Djokovic unmissverständlich auf Seiten der Demonstranten. Er betonte, dass „ihre Stimmen gehört werden müssen“ und bezeichnete „die gebildete Jugend“ als „größte Stärke Serbiens“. Mit dieser Haltung überschritt der Tennisstar eine Grenze, die das auf Kontrolle der öffentlichen Meinung bedachte Vucic-Regime nicht tolerieren wollte.
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Konflikt mit Regime
Djokovics Engagement ging über einzelne Solidaritätsbekundungen hinaus. Er widmete seinen Sieg bei den Australian Open einem bei den Protesten verletzten Studenten, trug bei einem Basketballspiel in Belgrad ein T-Shirt mit der Aufschrift „Studenten sind Champions“ und kommentierte Bilder der Massenproteste auf Instagram mit den Worten: „Historisch, großartig!“. Die Reaktion folgte prompt: Regierungsnahe Boulevardmedien, die ihn zuvor noch glorifiziert hatten, starteten eine Kampagne gegen den Sportler, bezeichneten ihn als „falschen Patrioten“ und „Verräter“ und unterstellten ihm, eine „Farbrevolution“ zum Sturz der Regierung zu unterstützen.
Statt einzulenken, verschärfte Djokovic den Konflikt. Neben dem Umzug seiner Familie vollzog er einen Schritt mit hoher symbolischer und wirtschaftlicher Bedeutung: Das ATP-250-Turnier, dessen Eigentümer er ist und das jahrelang als Serbian Open in Belgrad ausgetragen wurde, verlegt er nach Athen. Unter dem neuen Namen Hellenic Championship kappt er auch diese Verbindung zu seinem Heimatland.
Die offizielle Bestätigung dieser Verlegung durch die ATP markiert einen weiteren drastischen Schritt in Djokovics Abkehr von seiner Heimat. Das Turnier, das seit Jahren ein wichtiger Bestandteil des serbischen Tenniskalenders war, wird nun dauerhaft in der griechischen Hauptstadt ausgetragen – ein wirtschaftlicher und symbolischer Verlust für Serbien.
Neubeginn in Griechenland
Zunehmend verdichten sich Hinweise, dass Djokovic ein griechisches „Golden Visa“ beantragen wird, das gegen erhebliche Investitionen einen dauerhaften Aufenthaltsstatus gewährt. Griechischen Medienberichten zufolge hat er bereits zwei Gespräche mit Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis geführt, um die Details zu klären – ein Indiz dafür, dass dieser Schritt als vollständiger Bruch mit Belgrad geplant ist.
Die Einschulung seiner beiden Kinder am St. Lawrence College in Athen unterstreicht den endgültigen Charakter dieser Entscheidung. Die renommierte Privatschule, die nach britischem Bildungssystem arbeitet, bietet eine internationale Ausbildung – ein deutlicher Kontrast zur serbischen Bildungslandschaft, die ebenfalls von politischen Kontroversen geprägt ist.
Obwohl Präsident Vucic versuchte, die Wogen zu glätten und beteuerte, er werde „nie ein böses Wort über Djokovic verlieren“, ist der Schaden nicht mehr zu beheben. Die von ihm gesteuerte Medienkampagne hat deutlich gemacht, dass selbst der erfolgreichste Sportler des Landes nicht vor Anfeindungen gefeit ist, wenn er Kritik am Regime äußert. Djokovics Weggang ist mehr als ein bloßer Umzug – er ist ein öffentliches Statement über die Beschaffenheit von Vucics Herrschaft.
Inzwischen wurde Djokovic bereits beim entspannten Tennisspiel mit seinem Sohn in einem Athener Club gesichtet – ein Zeichen für den Beginn eines neuen Lebensabschnitts fernab politischer Pressionen.