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Parteiumbau

Nach Wahlabsturz – SPÖ bekommt neue Führung

Nach Wahlabsturz – SPÖ bekommt neue Führung
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Nach einem historischen Wahldebakel zieht die steirische SPÖ die Reißleine – und macht tabula rasa.

Die Turbulenzen in der steirischen Sozialdemokratie halten an. Noch vor seiner für Dienstagabend angesetzten Grundsatzrede veranlasste Landesparteichef Max Lercher die Auflösung des bisherigen Vorstands der SPÖ Graz. Der Beschluss wurde im Landesparteivorstand einstimmig und mit sofortiger Wirkung gefasst – knapp eine Woche nachdem die Grazer Roten bei der Gemeinderatswahl in der zweitgrößten Stadt Österreichs mit lediglich 6,1 Prozent ein historisch schwaches Ergebnis eingefahren hatten.

Bis zur organisatorischen Neuaufstellung übernimmt der geschäftsführende Landesparteivorsitzende Hannes Schwarz die Führung der Stadtpartei. Die endgültige Neubesetzung der Gremien ist für eine Bezirkskonferenz im Herbst 2027 vorgesehen.

Lerchers Klare Ansage

Lercher bezeichnete den Schritt als konsequenten Neuanfang: „Keiner glaubt mehr an den zehnten weichen Reformprozess.“ Die Auflösung des Vorstands sei der „Startschuss für ein neues Kapitel“. Wer einen echten Neustart anstrebe, müsse diesen auch entschlossen einleiten.

Der neue Landesparteichef hat sich vorgenommen, die SPÖ Graz sowohl strukturell als auch programmatisch neu auszurichten – und dabei die gesamte steirische Sozialdemokratie auf einen veränderten Kurs zu bringen. In seiner Grundsatzrede rechnet Lercher mit parteiinternen Begleiterscheinungen der vergangenen Jahre ab. Seinen eigenen Anspruch formuliert er dabei unmissverständlich: „Ich bin kein Parteisoldat – ich will der Anwalt der Steirerinnen und Steirer sein.“

Inhaltliche Prioritäten

Inhaltlich setzt Lercher klare Schwerpunkte. Die Partei wolle sich künftig auf Gesundheit und Pflege, die Stärkung der steirischen Industrie sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen konzentrieren. Als grundlegenden Maßstab nennt er: „Wer arbeitet, muss von seinem Einkommen anständig leben können.“

Den strukturellen Neustart will Lercher mit einer spürbaren Öffnung der Partei zur Bevölkerung hin verbinden. Geplant sind Veranstaltungen zum Thema Spitäler sowie der Ausbau einer „Helpline“, die direkt in die Städte gebracht werden soll. Dabei knüpft der Landesparteichef bewusst an die Erfolgsperiode unter dem früheren steirischen Landeshauptmann Franz Voves an.

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KO KOSMO-Redaktion
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